Das Glück hat vier Farben | www.goldblatt-blog.de
Rezensionsexemplar  

Das Glück hat vier Farben ─ Lisa Moore

Das Glück hat vier Farben ist definitiv an eine junges Publikum gerichtet. Eine einfache und typische Highschoolgeschichte, die erst einmal süß klingt, aber viele Baustellen aufweist.

Das Glück hat vier Farben von Lisa Moore hat mich im Klappentext sehr neugierig gemacht und versprach eine süß und leichte Geschichte zu werden, die es aber schafft tiefer zu gehen. Als das Buch dann Ende April erschien sind mir einige positive Stimmen anderer Blogger aufgefallen und danach war ich erst recht gespannt.

In diesem Buch geht es um die junge Flannery. Ihr Lben ist eine, ja, sehr trostlose Achterbahn, die eher Richtung Kellergeschoss baut. Am Existenzminimum schaffen sie und ihre Familie es so gerade eben über die Runden. Denn da ist ihre Mutter. Eine Mutter, die augenscheinlich zu 99 % der Zeit überfordert ist mit der Verantwortung zwei junge Menschen großzuziehen. Denn neben Flannery gibt es den wesentlich jüngeren Bruder. Ungeachtet der Lebensumstände, in denen sich die Familie befindet, fährt die Mutter, meiner Meinung nach, noch immer einen starken Egotrip. Sie hat besser bezahlte Jobs aufgegeben, um sich eher der Kunst zu widmen, einem Blog, anderen eigenen Geschäftsideen, die alle nicht fruchten. Also muss Flannery, die den eigenen Kopf voller Teenagerflausen haben sollte, darum kümmern, dass der Familie nicht der Strom abgestellt wird, muss für ihre Mom lügen und sieht der offensichtlichen Verschwendungssucht ihrer Mutter zu. Da kann sich z. B. Flannery nicht das benötigte Biobuch wochenlang nicht leisten, weil die Mutter dem jüngeren Bruder eine Drohne kauft. Da braucht man nicht viel Hirnschmalz, um zu verstehen, dass das falsch ist.

Nicht an etwas zu glauben, erfordert viel Anstrengung. Es ist leichter, zu glauben. ─ S. 142

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Ein paar wenige Flausen erlaubt sich Flannery dann aber doch noch. Sie ist in Tyrone verknallt. Hoffnungslos. Einst ein Sandkastenfreund verlor sich diese Freundschaft und nach Jahren gehen die beiden wieder zusammen zur Schule. Nur hat sich Tyrone in diesen Jahren um 180 Grad gedreht (sein Hintergrund ist auch kein rosiger) und kurz gesagt: Er ist ein Arsch.

An sich ist das Buch ja echt süß aufgebaut und aufgemacht, mit einem Hauch Drama, auf den ich ja eigentlich steh. Doch Lisa Moore hat ein paar Fehler begannen, weswegen es mir echt schwer fällt geeignete Worte für diesen Beitrag zu finden.

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Da ist z. B. dieses anteasern einer Liebesgeschichte im Klappentext zwischen Tyrone und Flannery. Und jetzt folgt ein dicker Spoiler. Zwischen den beiden passiert nicht viel und was da passiert ist, ist so unnötig und nichtssagend, dass die Autorin diesen Part der Geschichte komplett streichen könnte. Ob Flannery nun mit Tyrone interagiert, auf welche Art auch immer, hat null Impact auf die Geschichte. Tyrone selbst taucht unglaublich selten auf, weswegen der Klappentext meines Erachtens einfach irreführend ist, was den Hauptteil der Geschichte ausmacht.

Das Glück hat vier Farben geht es vielmehr um das allgemeine Leben von Flannery. Flannery, die mit einem Haufen Problemen belastet ist, kaum in ihrem Leben vorankommt, aber auch den Arsch dafür nicht hochbekommt. Denn ganz lange orientiert sich Flannery an allen anderen. Die Mutter, die eine Rabenmutter ist. Der Vater, der nicht da ist, den sie nicht kennt. Ihr Schwarm, Tyrone, der sie nicht beachtet. Ihre beste Freundin Amber, die sie bei der erstbesten Gelegenheit durch Beliebtheit ersetzt und so viel mehr …

Ich bin ein Mensch, der gerne mit Ehrfurcht erfüllt ist. ─ S. 39

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Egal, welche Handlungstränge Lisa Moore im Buch angefangen und auf mehr oder weniger dramatische Weise erzählt hat, alle führen ins Leere und kommen zu keinem Abschluss. Da haben die ganzen Rückblenden, Erinnerungen oder indirekten Szenenbeschreibungen, sowie die mal sehr kurzen oder ellenlangen Kapitel nicht zum Lesefluss beigetragen. Klar, der Schreibstil ist angemessen und gut für eine junge Zielgruppe, aber wer für diese Zielgruppe etwas mehr Anspruch sucht, vor allem in der Story-/Charakterentwicklung ist hiermit nicht gut beraten.

Insgesamt fand ich die Handlung oftmals sehr chaotisch. Ich wünschte, ich könnte an der Stelle wenigstens sagen, dass mir Flannery als Protagonistin sympathisch war. War sie aber nicht. Ich empfand mehr Mitleid und Bedauern. Sie war nichtssagend und hauptsächlich fremdbestimmt von Menschen, die ihr Leben (selbst nur minimal) beeinflussen.


Fazit

Für sehr junge Leser ohne einen gehobenen Anspruch in Bezug auf Tiefe kann man das Buch tatsächlich lesen. Ein Must-Read ist es aber eben bei weitem nicht.


Infos zum Buch

 


Weitere Rezensenten:

Miss Foxy Reads | Tintenhain | Piglet and her books

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2 Gedanken zu „Das Glück hat vier Farben ─ Lisa Moore

  1. Hm, klingt tatsächlich wenig überzeugend. Mir ist das Buch auch schon häufiger bei Instagram aufgefallen, aber nach deiner Rezension habe ich noch weniger den Drang, es zu lesen.

  2. Klasse, dass du so eine ausführliche Rezension verfasst hast! Das Buch klingt vom Klappentext her wirklich ganz ansprechend aber deiner Beschreibung nach kann ich mir das Leseerlebnis eher sparen 🙂
    Liebe Grüße

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