Rezension | Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen | www.goldblatt-blog.de

Das Reich der sieben Höfe – Rosen und Dornen ─ Sarah J. Maas

Mir liegt zwar ein Leseexemplar vor, allerdings habe ich dieses Exemplar bei der Blogtour zum Buch gewonnen. Weswegen ich nicht zu einer Rezension verpflichtet bin und es nicht als „Rezensionsexemplar“ kennzeichne.


Feyre ist eine junge Jägerin, die sich jeden Tag aufs neue in Gefahr begibt, um das Überleben ihrer Familie zu sichern. Doch an einem Tag im Wald, an der Grenze zu Prythian, dem magischen Reich der Fae, schlägt das Schicksal einen anderen Weg ein. Sie tötet unwissentlich einen Fae. Sie wird einen Preis dafür zahlen. Einen hohen. Und doch wird dieser Preis einer sein, der es ihr wert ist und sie in eine Zukunft führt, die sie nicht erwartet hätte.

Sarah J. Maas ist hierzulande kein unbekannter Name mehr. Jeder der auch nur ein wenig mit Büchern zu tun hat, bringt diesen Namen mit außergewöhnlicher junger Fantasy in Verbindung. Und nachdem ich die ersten beiden Bände von der Throne of Glass-Reihe gelesen habe, war ich schon ein wenig vom Maas-Virus infiziert. Und ich habe auch bald vor in der Reihe weiterzulesen.

Doch zwischenzeitlich hat es sich ergeben, dass ich Das Reich der sieben Höfe – Rosen und Dornen (OT: A court of thorns and roses) lesen durfte. Und ich hatte keine großen Erwartungen. Warum? Weil ich durch die Sarah J. Maas-Spezialisten Zeit zu lesen oder Stehlblüten schon ahnte, dass der erste Band gut, aber auch etwas zäh sein kann. Dass der zweite Band, der ebenfalls im dtv (Das Reich der sieben Höfe – Flammen und Finsternis, voraussichtl. ET: 4. August 2017) um so vieles besser wird. Und das hat den Druck schon ungemein genommen. Denn die Erfahrung hatte ich auch mit der Throne of Glass-Reihe. Den ersten Band fand ich gut, aber den zweiten um ein vielfaches besser.

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Das Reich der sieben Höfe – Rosen und Dornen hat mir gefallen. Sogar sehr. Deswegen freue ich mich umso mehr auf den zweiten Band. Nachdem die letzten Seiten aus dem Buch nämlich gelesen waren, konnte ich es schon kaum aushalten, dass nun knapp fünf Monate vergehen sollten, bis ich zurück zum Frühlingshof, Feyre und den Fae dürfte. Ich mag gar nicht dran denken.

Ich wusste genau, dass ich einen Weg beschritten hatte, der höchstwahrscheinlich damit enden würde, dass mir mein menschliches Herz in tausend Stücke gebrochen wurde, aber … aber ich konnte nicht mehr umkehren. ─ S. 259

Diese Geschichte hat es schon in sich. Ich würde nicht behaupten, dass sie perfekt ist. Und ich brauchte so meine Zeit, mich etwas einzugrooven. Der Anfang verlief nämlich sehr lange, sehr unspektakulär. Die ganze Geschichte schien mehr oder weniger vor sich hinzuplätschern, nachdem Feyre von Tamlin zu sich in den Frühlingshof geholt wird, weil sie einen Fae bei der Jagd getötet hat. Man weiß ja zu Beginn, dass zwischen Feyre und Tamlin eine große Liebe entfacht wird, aber bis die auf den Spielplan tritt, vergeht Zeit. Für den Leser, aber auch im Buch. Das wiederum fand ich gut. Auch wenn es gleichbedeutend ist mit einigen Längen im Buch, die man hier und da sicher kürzer und knapper hätte halten können.

Aber im Nachhinein würde ich es anders gar nicht wollen. Denn durch diese kleinen Passagen, in denen eher wenig bis gar nichts passiert und Feyre am Hof einfach nur vor sich hinlebt, entsteht eine Ruhe, die das Reich, in dem sich Feyre befindet, unfassbar gut einfängt und an den Leser transportiert.

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Denn was ich besonders ausschlaggebend für meine Begeisterung empfinde, ist, dass dieses Buch im Gesamteindruck etwas unglaublich leichtes, beschwingtes, was ganz zartes und romantisches hat. Und ich meine nicht auf kitschiges Art und Weise. Ich meine die Art Leichtigkeit, die sich wirklich anfühlt wie ein lauer Sommerabend, in denen man mit sich und der Welt einfach im Reinen ist. Eine besondere Magie eines Augenblicks, die in diesem Buch in gewissen Szenen festgehalten und wiedergegeben wurde. Das Märchenhafte in dieser Geschichte ist kaum zu übersehen und ich verstehe nun tatsächlich die Anlehnung an „Die Schöne und das Biest“.

Es gab ein paar Stellen im Buch, die mich unglaublich fasziniert haben. Sarah J. Maas hat mich mit Das Reich der sieben Höfe – Rosen und Dornen aus dem Alltag, aus meiner Menschenwelt, herausgeholt und nach Prythian, der Fae-Welt, entführt. Und es hat sich gut angefühlt. Das lag aber auch an der Fähigkeit der Autorin die Worte klar platziert an den richtigen Stellen zu setzen, um eine ganz eigene und doch wundervolle Atmosphäre zu schaffen. Ich bin davon immer noch geplättet und begeistert. Und auch die Charaktere von Feyre, Tamlin, Lucien oder mitunter einer der bekanntesten ever – Rhysand – sind ganz eigen, aber auch in sich wieder komplett passend für jeden Part in der Geschichte. Jeder dieser Figuren hat ihre ganz eigene Stimme, ihre ganz eigene Aura, die sich instant bildet, sobald sie im Buch auftauchen.

Aber jede Medaille hat seine zwei Seiten. Und so schön und zauberhaft die Welt der Fae unter anderem auch sein mag, es gibt auch die gefährliche Welt, die düstere und brutale Seite der Fae. Und das rundet die Geschichte, die ganze Welt, ab. Macht sie für mich zu etwas Besonderem. Denn wenn es nur eitel Sonnenschein in diesem Buch gäbe, wäre es wohl kaum bei den Lesern so beliebt.

Blut regnete mir ins Gesicht und in meinen Mund, als ich meine Furcht und meinen Zorn hinausbrüllte. ─ S. 164

 

So schön und leicht ich die ersten zwei Drittel des Buches auch fand, das letzte Drittel konnte eine ordentliche Steigerung in fast allen Bereichen verzeichnen. Charakterentwicklung, Emotion, Plotentwicklung etc. Wer bis dahin Spannung und Action vermisst hat, der findet nun Befriedigung. Ich habe mit Feyre gelitten. Und gekämpft. Es war echt haaresträubend und meinen Respekt an die Autorin. Diese Intelligenz und die Entwicklung der Charaktere – einfach nur wow! Wow!

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Ein bisschen Kritik muss ich dann aber doch noch loswerden. So gern ich Feyre auch mag, ich hab das Mädel echt ins Herz geschlossen, denn sie ist eine Kämpferin. Die schluckt Scheiße und Morast und geht über Grenzen und darüber weit hinaus, um für ihre Familie oder später auch für Tamlin zu kämpfen. Ich liebe sie. ABER: Sie hatte auch zu Beginn einen Hang dazu sich ein bisschen im Kreis zu bewegen, was ihre Gedanken anging. Und auch ihre Unbelehrbarkeit (ich sage nur Frühlingszeremonie) in x-facher Ausführung, hat mich manchmal kurz an ihrem gesunden Menschenverstand zweifeln lassen. Aber Feyre trägt ihr Herz auf der Zunge und das zielt nach vorne. Immer.

Und mag ich dieses angedeutete Love-Triangle gegen Ende hin? Ich weiß es nicht. Ich wäre ja mal dafür, dass das nicht immer wieder auftaucht in letzter Zeit bei fast jedem Buch, aber in der Hinsicht könnte es mir echt Spaß machen. Denn die Autorin hat ein Händchen für einschlägige Szenen. Und die beiden Herren in dem Triangle sind charakterlich gut auseinanderzuhalten. Ja, das könnte spaßig werden. Und anstrengend. Wie immer.


Fazit

Das Reich der sieben Höfe – Rosen und Dornen von Sarah J. Maas hat mich überzeugt. Es bietet einen sehr guten Auftakt, der definitiv Lust auf mehr und vor allem Band 2 macht. Das Buch bietet einen großartigen Erzählstil, eine permanent stimmige Atmosphäre, fantastische Bilder und eine Sogwirkung, die nicht loslässt. Auf gewisse Längen hätte ich verzichten können, aber insgesamt ist es einfach top!


Infos zum Buch


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11 Gedanken zu “Das Reich der sieben Höfe – Rosen und Dornen ─ Sarah J. Maas

  1. „Und auch ihre Unbelehrbarkeit (ich sage nur Frühlingszeremonie) in x-facher Ausführung, hat mich manchmal kurz an ihrem gesunden Menschenverstand zweifeln lassen. “

    Man hätte sie natürlich auch wie eine mündige Frau statt wie eine Katze am Silvesterabend behandeln können, und ihr sagen, warum sie ihr Zimmer nicht verlassen soll.

    Es wird betont, dass sie dort Gast ist, keine Gefangene, von daher wäre das durchaus drin. (Außer halt aus dem Grund, dass die Autorin Drama wollte. Aber ansonsten.)

    1. Klar, hätte man machen können. Bin ich immer dafür. Aber nachdem sie ja schon einmal draußen war und mit Glück nichts arges passiert ist, Lucien sie wieder nach hause gebracht hat, wagt sie sich trotzdem nochmal in dieser Nacht raus, aus ihrem Zimmer. Dabei hieß es doch, sie sollte bis zum Morgengrauen da drin bleiben. Nach dem Erlebnis und der Erklärung von Lucien hätte mir das erstmal gereicht. Und dann am nächsten Tag diese Pseudo-Entrüstung von ihr, weil Tamlin ihr da, bei ihrem zweiten Ausflug aus dem Zimmer, an die Wäsche gegangen ist…

      Sorry, aber das fand ich echt etwas meh. Und es war ja nicht so, als wäre ihr generell die Gefahr dieser Fae-Welt nicht schon von klein auf eingetrichtert worden.

      1. Ich sah das komplett anders und habe das Buch an dieser Stelle abgebrochen.

        https://buecherverschlingen.wordpress.com/2016/08/27/ich-finde-schon-wieder-ein-buch-einer-gefeierten-autorin-voll-doof/

        Dieser Ausflug hat mich dazu gebracht, nie wieder etwas von Sarah J. Maas lesen zu wollen, weil mich dieses (halbe) Buch schon fassungslos und angeekelt zurück gelassen hat.

        Aber insofern hast du Recht: Warum Feyre auf den Blogs als starke Frau gefeiert wird, ist mir auch nicht klar. Sie ist nicht gerade die Überlebensfähigkeit in Person und mehr Damsel als Buffy. Zumindest in dem Teil, den ich gelesen habe.

  2. Ah, ich habe gerade auch meine Rezension zu „Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen“ online gestellt (https://stefkabloggt.blogspot.de/2017/03/stefka-reads-das-reich-der-sieben-hofe.html), und ich finde mich in Deiner Rezension durchaus wieder. Z.B. bin ich von dem angedeuteten „love triangle“ auch nicht total überzeugt – vor allem, weil die Idee nicht neu ist, und ich mir nicht sicher bin, ob es unbedingt notwendig ist, die hundertste Variante davon zu erzählen. Andererseits traue ich Sarah J. Maas zu, da etwas neues herauszuholen… Ich bin auf alle Fälle sehr gespannt auf Teil 2 und bin mir nicht sicher, ob ich bis zum Erscheinen der deutschen Übersetzung warten kann oder doch lieber auf Englisch lese.

    1. Eben diese Hoffnung habe ich auch. Dass Sarah J. Maas mich mit diesem Love Triangle aus der Norm herauskatapultiert. Denn zugegeben, ich habe das Gefühl, dass gerade in Bereich Fantasy gerne mit Love Triangles gespielt wird (Der Kuss der Lüge, Throne of Glass, Elias & Laia etc) und da mag ich mal etwas neues erleben.

      Und ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, ob ich bis zur deutschen Übersetzung warten kann. Allerdings hab ich jetzt damit angefangen… Aber alle sagen, dass es 3000 % besser ist als Band 1. Hach. The struggle. xD

      Liebe Grüße
      Rebecca

  3. Hallo Rebecca,

    bei mir ist der erste Band nicht so gut davon gekommen wie bei dir, das lag unter anderem an den von dir schon genannten Längen und der dominierenden Liebesgeschichte. Aber diese Sogwirkung hat auch mich gepackt und ich musste den zweiten Teil trotzdem gleich auf englisch hinterher schieben. Und der war echt fantastisch. Wenn du den ersten Band schon mochtest, wirst du den zweiten hoffentlich auch so lieben wie ich 🙂

    Liebe Grüße,
    Nadine

    1. Oh, hast du eine Rezension online? Dann geh ich mal stöbern.
      Aber ich fand das Buch halt richtig toll und freu mich enorm auf den zweiten Band. 😀
      Mich kribbelts ja auch so arg, dass ich echt überlege auf Englisch weiterzulesen. Das hatte ich schon lang nicht mehr bei einem Buch.

      Liebe Grüße
      Rebecca

      1. Nein leider nicht, die geht Ende diesen Monats online.
        Darf ich deine Rezi zu ACOTAR unter meiner verlinken um eine andere Meinung aufzuzeigen? 🙂

        Liebste sonnige Grüße

  4. Hallo Rebecca,

    das Buch liegt hier auf dem SuB. Es ist ein sehr großer SuB und so weiß ich noch nicht, wann ich dazu komme, es zu lesen. Trotzdem bin ich gespannt auf die Welt der Fae, die Umsetzung und wie die Autorin sich diese Welt vorstellt. Ob ich an besagter Szene eher deiner Meinung bin, oder die von Nomnivor übernehme kann ich noch nicht sagen, ich freue mich jedoch darauf, meine Meinung mit euren zu vergleichen.

    Alles Liebe
    Kani

    1. Hallo Kani,

      ich bin gespannt, wie du es dann finden wirst. Es gibt bei dem Buch ja viele sehr unterschiedliche Meinungen, weswegen es wohl immer noch das Beste ist, seine eigene Leseerfahrung damit zu machen.

      Liebe Grüße (und viel Spaß beim Lesen – was auch immer gerade deine Lektüre ist)
      Rebecca

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