Illuminae Rezension | www.goldblatt-blog.de
Rezensionsexemplar  

Illuminae. Die Illuminae-Akten_01. Amie Kaufman & Jay Kristoff

„Illuminae“ ist bereits seit letztem Jahr in aller Munde. Nun auch in Deutschland. Vor allem die besondere Gestaltung und das daraus resultierende außerordentliche Leseerlebnis machen das Buch zu einer Besonderheit, an der man kaum vorbeigehen kann, ohne einen Blick reinzuwerfen.

Unkonventionell und rasant erzählt – für mich ein besonderer Mix

Ich hab das Buch bereits vor einer Weile gelesen und auch im Rahmen der großen Illuminae-Blogtour vorstellen dürfen (hier erfahrt ihr mehr). Ich persönlich war sehr gespannt auf das Buch, weil unter anderem Kati von Zeit zu Lesen oder auch Anna von Ink of Books so begeistert von dem Titel waren. Als ich das Buch dann letztendlich in den Händen hielt, kam sogar mein Freund an und war neugierig. Das will was heißen! Er, der sonst kein Buch anrührt (oder eben sehr sehr selten), tigert um mich herum und fragt mich was das ist, worum es da geht, etc. Tatsächlich glaube ich inzwischen, dass dieses Buch den größten Buchmuffel aus der Reserve locken könnte.

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Es ist einfach unkonventionell und besonders aufgebaut. Irgendwie erinnert es mich auch an meine frühe Zeit als Leserin, als ich in die 4. oder 5. Klasse ging (das Niveau von „Illuminae“ spielt sich aber doch in der höheren Alterklasse ab) und die Kreativität in der Gestaltung der Bücher einfach origineller war. Mit Bildern, Rätsel, Illustrationen, etc. Ab einem gewissen Alter wird auch das Lesen ernster und die Bücher werden zu reinen Textbänden.

In „Illuminae“ hingegen gleitet man schnell in eine atemberaubende, aber ebenso beklemmende Geschichte. Es geht um das Liebespaar Kady und Ezra, die auf dem Planeten Kerenza gerade Schluss gemacht haben, als wortwörtlich die Welt um sie zusammenbricht. Ein großes Schlachtschiff macht den Planeten den Boden gleich und die beiden können so gerade eben entkommen. Schlussendlich landen die beiden auf zwei unterschiedlichen Rettungschiffen. Das allein macht aber nicht die Geschichte aus, da ist mehr. Das Raumschiff, welches den Planeten angegriffen hat ist nun hinter den geretteten Flüchtlingen her und es entsteht ein Wettkampf gegen die Zeit, da allerhand Komplikationen auftauchen. Überbesatzung, Lebensmittelknappheit und am Ende sogar ein Virus, der die Menschen auf gefährliche Weise dahinrafft.

„Illuminae“ ist ein Action-Sci-Fi-Roman, der einen als Leser in keiner Sekunde an diesen Fakt denken lässt. Vielmehr liest es sich wie ein Bericht aus dem Internet, einen WhatsApp-Chatverlauf mit Freunden … „Illuminae“ macht einfach keine Mühe beim Lesen – und doch muss man hier und da seine Konzentration bündeln, um der Geschichte folgen zu können. Wieso? Nun ja, mir erging es bei einigen Seiten so, dass sie so unkonventionell gestaltet sind, dass ich manchmal von der Gestaltung selbst abgelenkt war. Das Staunen darüber überkam mich an so mancher Stelle und hat mich kurz aus dem Lesefluss gerissen. Das waren allerdings Ausnahmen. Vielmehr ging es mir oft so, dass ich mich auf das Buch gefreut habe. Ich wollte wissen, wie es weitergeht und was es mit all diesen Geheimnissen und Komplikationen auf sich hat. „Illuminae“ kann eine Sache ganz besonders gut: nämlich den Leser gefangen nehmen. Amie Kaufman und Jay Kristoff schaffen mit diesem Buch ein spezielles Kopfkino in großem Maßstab und wie man sich das als Leser insgeheim wünscht.

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Wer sollte das Buch lesen?

Das Buch ist sowohl für Mädchen, als auch Jungen geeignet. Gleichermaßen setze ich beim Alter keinen Rahmen, da „Illuminae“ altersübergreifend begeistern kann. Die Spannung und Ereignissen stehen im Vordergrund und das gewinnt Leser quer durch die Bank. Außerdem macht es die Gestaltung einem als Ab und zu-Leser oder Lesemuffel leicht, viele Seiten am Stück zu lesen. Das Buch hat ungefähr 600 Seiten, sieht unglaublich groß und dick aus, aber die Schrift ist teilweise verhältnismäßig groß oder auf manchen Seiten stehen nur zwei Worte. Es ist ein Gesamtkunstwerk, welches man sich definitiv nicht entgehen lassen sollte.


Highlights

  • Großartige Gestaltung
  • Rasantes Erzähltempo
  • Spannend bis zur letzten Seite

Kritikpunkte

  • die Gestaltung lenkt manchmal auch ab
  • man braucht besonders zu Beginn etwas Zeit in die Geschichte reinzukommen

 


Ähnliche Bücher

Etwas Ähnliches in Aufbau und Umsetzung habe ich bisher nicht gesehen, noch gelesen. Jedenfalls in der derzeitigen Belletristik und/oder dem Fantasy-/Sci-Fi-Genre. Allerdings bietet Jay Kristoff mit „Nevernight“ ein ähnliches Buch mit unkonventioneller Art zu Schreiben. Der Erzählstil und -aufbau ist ebenso einzigartig und hat mich aufgrund des Humors, ähnlich wie hier in „Illuminae“ öfters schmunzeln lassen.

 


Infos zum Buch

Neuerscheinungen Herbst 2017 | www.goldblatt-blog.de

Titel: Illuminae. Die Illuminae Akten_01
Autor: Amie Kaufman & Jay Kristoff
Übersetzer: Katharina Orgaß und Gerald Jung
Verlag: dtv

Format: gebunden
Seiten: 608
ISBN: 978-3-4237-6183-3
Preis: 19,95 € [D], 20,60 € [A], 29,90 [CHF]

Klappentext

 


Weitere Rezensenten:
 Book Walk        Ink of Books        Zeit zu Lesen 

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2 Gedanken zu “Illuminae. Die Illuminae-Akten_01. Amie Kaufman & Jay Kristoff

  1. Du hast Recht, dass die Aufmachung an gewisse Jugendbücher erinnert. Ist auf jeden Fall mal was anderes und wenn die Geschichte dann auch noch stimmt, klingt das nach einem tollen Buch!
    Liebe Grüße

  2. Hi Rebecca,
    eine tolle Rezension! Du hast Recht, das Buch ist wirklich für jeden was – und ich empfehle es auch jedem, unabhängig vom bevorzugten Genre. Ich finde, man lernt im Verlauf des Buches, dass man sich für die Seiten einfach ein bisschen Zeit nehmen muss um alles komplett aufzunehmen. In der Gestaltung der Seiten wird ja auch noch Geschichte erzählt.
    Ich habe tatsächlich ein „ähnliches“ Buch entdeckt: „Sleeping Giants“ (auf Deutsch „Giants – Sie sind erwacht“) von Sylvain Neuvel. Genauso spannend, und die Geschichte wird auch durch Interviews und Logs erzählt. Zwar nicht so schön gestaltet aber dennoch super spannend.
    Liebe Grüße,
    Elli

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