Die Wege der Macht Rezension | www.goldblatt-blog.de

Die Wege der Macht. Jeffrey Archer.

Die Clifton-Saga zählt mitunter zu den beliebtesten Reihen des britischen Autors Jeffrey Archer. Mit „Die Wege der Macht“ geht die Saga mittlerweile in die fünfte Runde und langsam bewegt man sich als Leser auf das Finale zu.

Ich war vom ersten Band an Fan

Und das ist schon eine Leistung! Ich lese in der Regel keine historischen Romane und schon gar nicht, wenn es sich Familiensagen handelt. Ich finde, dass sich das schnell ausreizt. Bei Jeffrey Archer hatte ich nie das Gefühl, dass ich aus dieser eigenen Welt, dieser Familie ausbrechen mag. Ich habe den ersten Band „Spiel der Zeit“ gelesen und war fasziniert von den Protagonisten, von den Wendungen und der Atmosphäre, die der Autor auf jede Seite bannte.

Eben das bewog mich auch Band zwei und alle weiteren Bände zu lesen. Und auch dieser fünfte Band ist sehr ähnlich aufgebaut wie die Bücher davor. Voraussetzung ist natürlich, da die Bücher aufeinander aufbauen, dass man die anderen Vorgänger schon gelesen hat. Ansonsten wird es schwierig mitzuhalten und in die Geschichte hineinzufinden. Rückblenden wird man hier vergeblich suchen. Vielmehr setzt Archer Querverweise auf alte Fehden, lässt alte Charaktere in Dialogen aufblitzen, die nun mittlerweile keine große Rolle mehr spielen … aber er setzt eben auch voraus, dass man diese Figuren kennt und versteht, wie die Figuren in „Die Wege der Macht“ so agieren und reagieren, wie sie es eben tun.

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Dieser Band fand für mich langsam wieder Anschluss in Sachen Spannung, wie einst die ersten beiden Bände. Es kann daran liegen, dass man mittlerweile die Figuren im Buch kennt, weiß wie sie reagieren, was sie eventuell vorhaben und dass die Spannung etwas herausgegangen ist über die letzten zwei Bände hinweg. Das kann eine Reihe schon festfahren. In diesem Band hatte ich allerdings das Gefühl, dass dem Autor genau dieser Umstand langsam, aber sicher gewahr wurde und er gegenzusteuern versuchte.

Hier folgt etwas in Richtung Spoiler: In „Die Wege der Macht“ passiert nämlich genau das, was in all den anderen Büchern davor nahezu unmöglich schien: Die Barringtons und Cliftons verlassen den Weg des Glücks. Ein Stolperstein nach dem anderen tritt auf den Spielplan und wirbelt die ganze Geschichte einmal ordentlich durch. War man sich in den Bänden davor immer relativ sicher, dass jedes Problem gelöst werden kann, passiert es hier mehr als einmal, dass es nicht gut oder glimpflich ausgeht. Das gibt der Geschichte wieder eine Würze, die auch dringend nötig war.

Die Welt geht in diesem Band dennoch nicht unter. Trotzdem habe ich als Leserin endlich eine gewisse Realität und Nahbarkeit hinter den Ereignissen und Figuren gespürt. Meiner Meinung nach hat Jeffrey Archer damit der Handlung für die kommenden zwei Bände etwas Auftrieb und Raum für Überraschungen gegeben. 

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Wer sollte das Buch lesen?

Auf jeden Fall alle, die bisher die anderen vier Bände gelesen haben. Denn tatsächlich mag man mit der Reihe nicht aufhören, ehe sie auserzählt ist. So ergeht es mir jedenfalls. Allerdings ist „Die Wege der Macht“ bzw. die komplette Reihe etwas für Fans von historischen Romanen ab 1890 an. Außerdem ist die Reihe für jeden Leser etwas, der gerne Familiensagen verfolgt und auch dieses Hin und Her, die Fehden und Intrigen zwischen mächtigen Familien und Personen begleitet.


Highlights

  • spannungstechnisch knüpft es wieder an Band 1 und 2 an
  • gleiches gilt für die Atmosphäre

Kritikpunkte

  • so langsam lutscht sich die Szenerie in Gerichtsgebäuden ab
  • ich vermisse ganz stark ein paar brillante Figuren aus Band 1 oder 2, die definitiv noch nicht verstorben sind
  • zeitweise ist die Story auch langatmig
  • einige Entwicklungen sind vorhersehbar

Ähnliche Bücher

Ganz klar sind die bisherigen Bücher der Clifton-Saga hier zu erwähnen. Aber wer den Schreibstil von Jeffrey Archer mag, der sehr atmosphärisch und detailreich ist, der kann auch andere Bücher von dem Autor in Augenschein nehmen, wie z. B. die Kain-Reihe „Kain und Abel“, die ebenfalls bei Heyne im Januar 2018 erscheint.


Fazit

Ich liebe diese Reihe und so kurz vor Schluss werde ich nicht das Handtuch schmeißen. Allerdings wünsche ich mir nach „Die Wege der Macht“ eben für die letzten beiden Bände etwas mehr Innovativität, ein bisschen mehr Überraschung und auch das eine oder andere Wiedersehen mit ein paar Figuren aus den ersten Bänden. 


Infos zum Buch

Titel: Die Wege der Macht
Autor: Jeffrey Archer
Übersetzer: Martin Ruf
Verlag: Heyne

Format: Klappenbroschur
Seiten: 592
ISBN: 978-3-4534-1992-6
Preis: 9,99 € [D], 10,30 € [A], 13,90 [CHF]
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Die Wege der Familien Clifton und Barrington sind gezeichnet von Glück und Leid, von Machtspielen und Schicksalsschlägen. Während sich sein Jugendfreund Giles in eine Frau mit dunkler Vergangenheit verliebt, reist Harry Clifton nach Sibirien. Harry will dem dort inhaftierten Schriftsteller Babakow helfen – und bringt sich damit in große Gefahr. Auch für seine Frau Emma, die der Barrington-Gesellschaft vorsteht, schlägt eine schwere Stunde …

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1 Gedanke zu “Die Wege der Macht. Jeffrey Archer.

  1. Hallo Rebecca,

    Mit deiner wunderbaren Besprechung hast du mir Lust darauf gemacht, die Reihe weiter zu lesen. Ich fand die Vorgänger sehr gut, konnte mir aber nicht vorstellen, was da jetzt noch groß kommen könnte.

    Was mir an deinem Blog besonders gut gefällt, sind die stimmungsvollen Bilder, die du einstellst. Du hast ein sehr gutes Händchen für’s fotografieren.

    Liebe Grüße,Gisela

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