Opposition-Schattenblitz | Jennifer L. Armentrout | www.goldblatt-blog.de

Opposition – Schattenblitz ─ Jennifer L. Armentrout

Daemon ist weg. Er ist gegangen und Katy weiß nicht wohin. In der Zwischenzeit ist überall auf der Welt ein Krieg um den Planeten ausgebrochen. Die Bedrohung seitens der Lux lauert überall. Durch einen Zufall begegnet Katy Daemon endlich wieder. Doch sie muss feststellen, dass Daemon nun ein ganz anderer ist. Kann sie zu ihm durchdringen und ihn davon überzeugen, sich gegen seine Spezies zu wenden? Haben die beiden jetzt noch eine Zukunft?

Meinung

Von dem letzten Buch einer Reihe, die so beliebt und auch Bestsellerträchtig ist, wie Opposition – Schattenblitz von Jennifer L. Armentrout, hat man Erwartungen. Man hofft auf ein spannendes und packendes Finale, welches einem dem Atem raubt, das Herzblut zum Kochen bringt und ein Auflösen der letzten Fragen, damit man als Leser seelig abschließen kann. Eigentlich will man eine dicke fette Party, ein fulminantes Ende mit Feuerwerk und allem Drum und Dran.

Wenn dem hier nur so wäre. Dann würde mir diese Rezension nicht so wehtun.

 

Doch fangen wir mit dem Positiven an. Denn nach wie vor hat die Autorin einen Wahnsinns-Schreibstil. Egal welches Buch ich von Jennifer L. Armentrout vor der Nase hab, die Seiten fliegen nur so dahin. Das liegt einfach an diesem Sog, den sie erschafft, dass man nicht mehr auf die Seitenzahlen achtet und schneller durch ist, als einem oft lieb ist. Und auch hier war das der Fall.

 

Was wir zu tun hatten – denn es ging nicht nur darum, was ich fühlte oder dachte, sondern um uns beide -, würde nicht leicht werden. Von allem, was wir durchgemacht hatten, würde es das Schlimmste sein und wahrscheinlich der härteste Test, den wir je zu bestehen hatten. ─ S. 279

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Nachdem auch der vierte Band mit einem bösen Cliffhanger endete, und ja auch einiges anderes passiert ist, weswegen es wert war den letzten Band lesen zu wollen, bin ich also hibbelig kribbelig gestartet. Und erinnert ihr euch an meine Worte zu Origin – Schattenfunke? Mit „Boah, das wird so episch!“ Yes. Genau das dachte ich mir, als ich die ersten paar Seiten in Opposition – Schattenblitz gelesen habe. Ohne doof drum herum reden zu wollen. Es ist ein enormer Schritt, den Armentrout mit der Entwicklung der Geschichte geht. Dachte man in den ersten drei Bänden noch, dass das hier eine süße kleine Romantasy-Reihe wird, die mal zwischen den Lux und Arum sein Finale findet, muss man erstmal schlucken was sich hier vorfindet.

 

Zur Übersicht. Wir haben da die Lux, die seit Jahren auf der Erde leben. Sich unter den Menschen frei bewegen können, solange sie ihre Identität geheim halten. Dann haben wir die Arum, die naturgegebenen Feinde der Lux. Die Hybride kennen wir dank Beth und Katy auch. Und im letzten Band sind noch die süßen kleinen Origin dazu gekommen. Übermächtige Kinder von Hybriden und Lux gezeugt. Am Ende des vierten Bandes sagen dann noch – Achtung, Spoiler kommt hart und massiv! – die Lux aus dem Weltall Hallo! Die wollen nämlich, nachdem Daemon und Co. die Anwesenheit von Aliens auf dem Planeten Erde gegenüber den Menschen offengelegt haben, eben jenen Planeten einnehmen. Schlurp. Assimiliation. Alles meins!

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Man könnte, als gemeiner Leser, denken da findet jetzt der ultimative Kampf statt. Da geht es ab wie bei Harry Potter und der Schlacht um Hogwarts. Ich hab imaginär schon Autos, Flugzeuge, Raumschiffe durch die Ecken fliegen sehen. Explosionen noch und nöcher. Die Welt wurde dem Erdboden gleich gemacht. Da blieb nichts verschont oder trocken. BÄM!

Joa. Und dann. Ja, dann. Kam nichts.

Man möge an dieser Stelle das Zirpen von Grillen einblenden.

Genug erholt? Gut. Denn jetzt gibbet Tacheles.

 

Opposition – Schattenblitz ist gnadenlos abgeschmiert. Hier hat die Autorin einfach versagt. Sie hat es nicht gekettet bekommen, die Grundgeschichte um Katy und Daemon am Leben zu lassen UND eine epische Endzeitgeschichte zusammenzuführen. Sie wollte beides. Und hat beides irgendwie in diese 416 Seiten gequetscht. Und beides hat verloren. An Qualität, an Authentizität und Esprit. Etwas ist definitiv untergegangen. Nämlich diese Reihe. Ich hab selten so ein beschissenes Ende einer Reihe erlebt. Und es regt mich nicht mal wirklich auf, dass ich die Geschichte lesen habe; sondern weil ich nicht weiß, warum die Autorin da so einen Bockmist verzapft hat.

 

Doch von vorne.

Nach dem Cliffhanger, bei dem Daemon und seine Geschwister mit geistiger „Ich bin ein Fischlein im Schwarm“-Umnachtung abgedampft sind, in Richtung Nirgendwo, finden wir uns 48 Stunden später in Katys Kopf wieder. Die ist natürlich untröstlich. Und ich bin auch untröstlich, weil Cliffhanger anscheinend immer gleichbedeutend mit einer Trennung zwischen Katy und Daemon sind. Wie schon erwähnt, kommt schnell eine epische Actionszene, die auch ein gewisses creepiges Feeling mit sich bringt und auch so á la Blockbuster beschrieben ist. Aliens metzeln alles nieder. Die Menschen werden Dementoren-artig ausgeknutscht, sodass die Lux deren Form annehmen können und dann geht’s weiter mit „Ich mach alles putt, was nicht Niet- und Nagelfest ist!“.

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Ich habe den Sinn immer noch nicht verstanden, warum die alles kaputt machen auf der Erde, wenn die da leben wollen. Hä? But whatever, ne?

Als nächstes dramaturgisches Happening wird Katy mal wieder entführt. Ins Invasions-Headquarter. Natürlich treffen Katy und Daemon wieder aufeinander. Reunion 2.0. Aber da das nicht immer alles gleich ablaufen soll, mag Daemon, aufgrund seiner Alien-Invasions-Family die gute Katy nicht. Eigentlich war dieses Getue letztendlich total überflüssig, weil Daemon nämlich nur so tut, um insgeheim gegen die Invasion vorzugehen. Möchtet ihr jetzt lachen? Ich schon. Diese Zeit dort im Headquarter lässt sich schnell skizzieren: Schmacht-Zeter-Schmacht. Punkt.

 

Als Leser weiß man schon, dass Daemon sich echt geil findet, total mächtig ist und immer das kriegt was er will. Aber wie unrealistisch ist das bitte? So mächtig er auch sein mag, SO mächtig ist er nicht. Übersteigertes Selbstbewusstein, huuhuuu!

Die Geschichte wird aus den Perspektiven von Daemon und Katy abwechselnd erzählt, weswegen jetzt der absolute Supergau kommt. Und mich beim Lesen irgendwann so genervt hat, dass ich immer weniger Lust hatte, weiterzulesen. Die Sicht von Daemon. Die Welt geht unter. Katy ist immer noch von den Strapazen aus dem vierten Band gezeichnet und alle  kämpfen ums nackte Überleben. Ich denke, wir haben mal die gleiche emotionale Auffassung von so einer Situation: Nämlich, dass man eine Kackenangst hat. Und was machen Katy und Daemon? Haben Sex als gäb’s kein Morgen mehr. Hm… Wie passend. Macht ja doch Sinn! Ja dann…

 

Quatsch!!

 

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Als wäre es nur das! Wenn man permanent auf der Flucht ist, nirgends sicher, meine Schwester den Alien-Invasoren noch immer angehört, die Welt untergeht, dann geht halt schon mal ein Tag nur fürs koitieren drauf. Who cares? Man lebt nur einmal!

Oder noch besser: Ich habe während des Kämpfens oder in brenzligen und erhitzten Diskussionen Zeit meiner Freundin auf den Arsch zu glotzen und Gedanken nachzuhängen, was man nicht alles scharf an ihr findet, oder was man mit ihr nicht alles anstellen könnte. Hach. Dieser Sinn fürs Wesentliche. Mein Traummann!

Es war einfach zu viel. Sorry. Ich kann verstehen, dass Armentrout den Fans und Lesern was „Vertrautes“ bieten wollte. Und nachdem drei Bände nur heavy Kuscheling auf der Agenda stand, wollte sie jetzt auch mal aufs Ganze gehen. Okay. Aber es hat dominiert. Das war nicht mehr Romantasy. Das waren nicht nur Elemente. Nicht mehr Katy und Daemon.

 

Diese eventuell epische Endzeitgeschichte inkl. Alieninvasion, welche die Reihe in ganz neue Sphären katapultiert hätte, war am Ende so flach, nichtssagend und kaum vorhanden. Das hat richtig wehgetan zu lesen. Dieses Finale, diese Invasion, hat sich irgendwann gegen Ende einfach so in Wohlgefallen aufgelöst. Puff. Weg war’s! Das hat überhaupt keinen Sinn gemacht. Ich meine, Amerika ist nicht der Nabel der Welt. Nur weil an einem Ort, einem Gebiet, okay, sagen wir, auf einem Kontinent die Schlacht um die Erde verloren wurde, hauen direkt alle Aliens, auf der ganzen fucking Erdkugel, ab?

Für mich stand nach ca. dem zweiten Drittel von Opposition – Schattenblitz fest, dass diese Reihe nicht würdig endet. Dass der Zenit weit und schon längst überschritten worden ist. Ich hätte es der Autorin gegönnt, diesen Masterstep Richtung Sci-Fi-Endzeit-Geschichte. Aber sie wollte auch die Liebesgeschichte um Katy und Daemon aufrechterhalten. Beides konnte sie leider nicht vereinen und damit hat sie der Geschichte mehr geschadet, als vielleicht gedacht und gewollt.


Fazit

So ein Jammer! Ich habe diese Reihe in den ersten drei Bänden richtig gern gemocht und nach dem letzten Band haben sich schon einige Entwicklungen abgezeichnet, die einfach zu groß und mächtig waren, für eine so zarte und mit Humor behaftete Liebesgeschichte. Aus diesem Grund ist Opposition – Schattenblitz mehr oder weniger, für mich jedenfalls, überflüssig und eine maßlose Enttäuschung.


Habt ihr Opposition – Schattenblitz auch schon gelesen?
Wie fandet ihr das Finale?

 

Weitere Rezensenten:

Ink of Books | Julias Wunderland | primeballerina’s books

 

 

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