Rezension | Origin Schattenfunke | www.goldblatt-blog.de

Origin. Schattenfunke ─ Jennifer L. Armentrout

Katy ist gefangen. Alle wissen, dass sie so schnell wie möglich befreit werden muss. Aber wie? Katy selbst weiß kaum, wo unten und oben ist. Schnell findet sie sich auch an einem komplett anderen Ort wieder. Dort erlebt sie so viel Grauen. Aber auch Überraschendes. Am Ende weiß sie nicht mehr, was richtig und falsch ist. Und genau dann taucht Daemon auf. Kann sie ihm noch trauen? Und wie kommen die beiden da wieder raus? Opfer müssen gebracht werden. Sind sie bereit dazu?

Meinung

Mit dem Lesen von Origin – Schattenfunke von Jennifer L. Armentrout habe ich mir viel Zeit gelassen. Nachdem selbst dann der Finalband der Reihe erschien, lag das Buch bei mir immer noch eingeschweißt im SuB-Regal.

Welch Glanz und Glorie erwartete mein kleines Fangirl-Herz, als ich endlich Zeit und Muße fand die letzten beiden Bände der Lux-Reihe zu lesen. Aber fangen wir, ganz der Reihenfolge geordnet nach, mit Origin an.

Ich will so viele Sekunden und Minuten mit dir verbringen, wie in ein Jahr passen, so viele Stunden, dass sie ein Jahrzehnt ergeben, auch wenn ich sie gar nicht mehr zusammenzählen kann. ─ S.354


Mit einem Hochgefühl und einem dicken Grinsen auf den Wangen habe ich die ersten 100 Seiten verschlungen. Denn am Schreibstil von Jennifer L. Armentrout hatte ich so nie wirklich was auszusetzen. Und gerade nachdem das Buch auch an einem Cliffhanger ansetzt, ist man sofort in der Geschichte wieder drin und vor allem in dieser Grundspannung, die man gegen Ende des dritten Bandes erlebt hat. Irgendwie hat sich das auch ein wenig nach „nach Hause kommen“ angefühlt. Denn die Reihe zählt ja doch zu den etwas längeren. Sind die Durchschnittsreihen ja mit dem dritten Band oftmals abgeschlossen.

Nachdem man aber hier über Band drei hinaus liest, kennt man nahezu jede Eigenart der Protagonisten und es ist kein blindes Trittbrettfahren. Wenn man beim vierten oder fünften Band der Lux-Reihe ankommt, weiß man, was einen erwartet. Man hat so manche Marotte von Daemon, der aufgrund dessen bei den Lesern unglaublich extreme und verschiedenste Meinungen hervorruft, akzeptiert. Lieben muss man sie nicht. Tue ich nämlich auch nicht. Allerdings kam ich nicht umhin, im Verlauf der Geschichte, immer häufiger mit den Augen zu rollen. Was es damit auf sich hat, erkläre ich später noch.

 

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Ich möchte mich allen voran dem Inhalt der Geschichte widmen. Ohne Spoiler werde ich hier kaum noch auskommen, weil alles auch auf die letzten Bände anspielt. Also tut es mir Leid, wenn hier nicht weiterlesen könnt oder wollt.

Kurz und knackig. In Origin – Schattenfunke ist Katy von Daedalus (was ein Name) gefangen genommen worden und trägt nun das gleiche elende Schicksal wie Beth. Und wie elend das ist, davon bekommt man schnell ein Bild. Ein aberwitziger Aspekt war dann aber der Zeitpunkt als rauskam, dass Katy zur Area 51 verschifft worden ist. Da leckt sich der kleine, stereotype Verschwörungstheoretiker die Lippen. Kommt man eigentlich ohne dieses US-militärische Gebiet in einer Sci-Fi-angelehnten Geschichte, bzw. einer mit enormem Alien-Anteil, aus? In den USA auf jeden Fall nicht. Unglaublich interessant fand ich dann wieder, wie stark dieses Gebiet mit Onyx, dem Gestein, auf welches die Lux ziemlich allergisch reagieren ausgestattet ist. Statt dem üblichen grellen weißen Fluren hatte ich plötzlich zwar militärische und cleane Flure vor Augen, aber auch pechschwarze Räume. Wie weit sich dieses Wissen von den Lux in den Regierungseinrichtungen erstreckt, fand ich super.

Und weil die Aliengesellschaft mit den Lux, den Arum und den Hybriden nicht bunt genug und im vierten Band auch irgendwie durchgelutscht scheint, stellt Armentrout eine neue Spezies auf den Spielplan. Nämlich die Origin. Hä? Was? Keine Sorge, ich kläre auf. Origin sind Kinder von Hybriden und Lux. Lustigerweise hat sich Daedalus und die US-Regierung einen großen Haufen dieser bezaubernden, unberechenbaren und sehr sehr starken Kinder angeschafft. Nennen wir es doch lieber bei den Tatsachen. Sie wurden herangezüchtet und für eigene Zwecke ausgebildet. Durch das Ausspielen von Gewissenbissen, Gefühlen und Beziehungen zwischen Mensch, Lux und Hybriden.

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Schön, wie die Autorin hier so ein paar kleine ethische Kontroversen einbaut, oder? Keine Sorge, zu viel Nachdenken braucht man aber auch nicht. Denn nachdem Katy da erstmal auf sich allein gestellt ist, und in Archer, ihrem „Bodyguard-Babysitter“ eine Art Vertrauten gefunden hat (hier fand ich leider schrecklich offensichtlich, dass er nicht nur so eine temporäre Randfigur spielen wird) kommt unser aller Liebling Daemon dazu.

Der hat zwischenzeitlich beschlossen das die Welt ohne Katy kacke ist. Selbst wenn man in sicherer Umgebung einen guten Plan aushecken könnte. Der vielleicht auch mal klappt. Aber das ist allgemein das Problem bei der Lux-Reihe. Schon immer gewesen und erfolgreich. Irgendwie. Per se ist dann alles so schön dramatisch. Und hey, es ist eine Romantasy-Geschichte. Da kommt man ohne (künstliche) Dramatik nicht immer aus.

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Also. Daemon läuft Daedalus in die Arme, will zu Katy und deichselt das auch so, dass er das tatsächlich darf. Denn für Daemon ist nichts unmöglich! Und nach dieser Reunion von Katy und Daemon, so leid es mir auch tut, hat diese Reihe eine Talfahrt unternommen.

Als eingefleischter Lux-Fan fand ich es natürlich schön, dass beide wieder vereint sind. Dass beide sich eine ewige Liebe schwören, die nichts und niemand entzweien kann. Und die kleinen Sticheleien zwischen den beiden gehören dazu. Die liebt man als Fan der Reihe auch. Und bis man schlussendlich hinter das Geheimnis der Origin kommt, das erzählt sich nämlich gemächlich über das ganze Buch hinweg, holt das Buch Anlauf. Enormen Anlauf. Und man denkt sich als Leser so ein bisschen „Boah, das wird voll episch!“. Und man freut sich auf das, was da noch alles kommen mag. Denn hier baut sich eine Spannung auf, actiongeladene Szenen strecken ihre Fühler nach dem Leser aus und nehmen einen mit. Man ist fürchterlich fasziniert von dem Schauspiel, was sich im letzten Drittel des Buches so tut.

Die Realität sieht aber so aus, dass dieser hintergründige Aufbau dieser möglichen Sci-Fi-Epicness durch das ewige romantische Geschmiere zwischen Katy und Daemon flöten geht. Von dem Rumgesexele ganz zu schweigen. Und jetzt komme ich nochmal auf das Augenrollen von weiter oben zu sprechen.

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Machen wir uns die Grundsituation nochmal bewusst.

Wir befinden uns als Hybrid/Lux in einer militärischen Anlage, in der gefühlt eine Trilliarde Tonnen Onyx verbaut ist, in der du zwar eine „Zelle“ mit Bett und angrenzendem Badezimmer hast, welches auch von deinem Beau benutzt wird (Luxus!), aber ansonsten du der/die Gefangene bist.

Du wirst gefoltert. Du wirst psychischen und physischen Schmerzen ausgesetzt und eigentlich hast du keinen blassen Schimmer, wie du je wieder ans Tageslicht kommst.

Lassen wir das kurz sacken.

Und dann kommt Daemon und neben seinem üblichen Platzhirschgehabe finden wir einen Schwall, einen Wasserfall von Niagara-Ausmaßen an sexuellen Anspielungen, Sprüchen, Gedanken… Oh yeah, honey. Meine Haare sind seit Wochen verfilzt, ich bin total verstört, mir tut alles weh – aber sei dir gesagt, wenn ich dich sehe, da will ich von genommen werden!

MÖP. Nope. An dem Punkt war ich schon sehr genervt.

Das hat mich ehrlich etwas enttäuscht, dass die Autorin eine inhaltliche Wendung vollzieht, die diese Reihe wirklich episch und geil hätte enden lassen können. Und sie in den ersten Zügen, so kurz vor dem Finalband, da so sexuellen Mist einbaut. Ich habe nichts gegen solche Sachen in Büchern. Hell, no! Aber es war so unglaubwürdig. Und ich mag das echt überhaupt nicht. Null.


Fazit

Ich bin sehr zwiegespalten, was Origin – Schattenfunke von Jennifer L. Armentrout angeht. Ich hatte im letzten Drittel der Geschichte unheimlich viel Spaß. Denn durch die ganze Action und all die Ereignisse, die sich für den Finalband abzeichnen, ist man total überdreht und gespannt. Dieses romantische und sexuelle Ding zwischen Katy und Daemon war mir, jetzt im Nachhinein, aber auch da schon too much. Es wirkte nicht echt und so unbeschwert und leicht, wie es in den Szenen beschrieben ist. Denn die Umstände machen es so schwierig, „solchen“ Sachen Raum zu geben.

Insgesamt ist das Buch natürlich ein Must-Read für Fans der Reihe. Aber wer schon mit der Reihe so seine Problemchen hatte, wir nach Band Vier, meiner Meinung nach, nur bedingt glücklicher.


Wie steht ihr zur Lux-Reihe?
Große Liebe oder weniger?

 

Weitere Rezensenten:

Buchtastisch | Wortmalerei | Buchstabenträumerei

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