Big Magic | Elizabeth Gilbert

Big Magic ─ Elizabeth Gilbert

Elizabeth Gilberts neues Werk befasst sich mit der Begrifflichkeit „Kreativität“. Eine Hommage an die Macht der Inspiration, der oft beschwerliche Weg diese zu finden und die Tragik, eine wunderschöne Idee auch mal nicht umgesetzt ziehen zu lassen.

Meinung

Elizabeth Gilbert, bekannt vor allem durch Eat. Pray. Love., hat mit Big Magic eine Art autobiografischen Ratgeber auf den Markt gebracht, was vielleicht eher der Autorin selbst, als ihren Lesern geholfen hat.

Das Buch dreht sich um den großen und auch sehr dehnbaren Begriff Kreativität. Und genauso dehnbar ist der Begriff „hilfreich“. Der Schreibstil von Frau Gilbert ist sehr einfach und schön geschrieben. Dahingehend habe ich nichts zu meckern. Die persönliche Anrede mit dem „Du“ bezieht den Leser sogar noch stärker ein und es wirkt an manchen Stellen wirklich so, als würde eine Person, in dem Fall die Autorin, zum Leser direkt sprechen bzw. Appelle setzen. Der Schreibstil ist vollkommen in Ordnung und hat es mir ungemein erleichtert, durch dieses teils sehr schwierig nachvollziehbaren Buches zu kommen.
 
Big Magic | Elizabeth Gilbert
 
Doch wer hier eine große Erleuchtung sucht, weil er sich in einem Kreativitätsloch befindet, sollte nicht zwangsläufig der Hoffnung erliegen, dass sich das während oder unmittelbar nach dem Lesen ändert. Für die breite Masse scheint das Buch einfach nicht den gewünschten oder erhofften Zweck zu erfüllen. So sympathisch, leicht witzig und schrullig die Autorin Anekdoten von sich und ihren Erlebnissen, sowie auch von anderen Bekannten und Freunden, erzählt, sind das leider die einzigen Lichtblicke in diesem Buch.
 
Als Leser hört man sich einen riesigen Monolog an, der sich stets im Kreise dreht. Gilbert kommt scheinbar nicht auf den Punkt und wenn sie es tut, erwähnt sie die gleiche Problematik einige Seiten später wieder. Richtig schwierig ist auch das Warum? nach diesem Buch zu erklären. Denn richtig neue oder bahnbrechnende Ideen, Akzente, Weisheiten findet man hier nicht. Jede Weisheit, jede Reflektion, die hier angestoßen wird, hat man meist schon durch private Gespräche, Erlebnisse oder einfache Schlussfolgerung intus. Weshalb also diesen „kreativen“ Akt von Gilbert publizieren? Die Frage kann bzw. können nur Gilbert selbst und die Verleger beantworten.
 
Big Magic | Elizabeth Gilbert
Ich will die Existenzberechtigung dieses Buches auf keinen Fall klein reden. Sicher gibt es einige dort draußen, die sich viel Inspiration, Motivation oder anderes nützliches aus dem Buch erlesen können. Leider konnte ich für mich keine Lehren aus diesem Buch ziehen. Denn es kommt an der Stelle doch auf den Typ Leser an. Die Person dahinter. Denn was nicht immer so mainstream oder sagen wir speziell ist, ist eine gewisse Spiritualität. Damit kann halt nicht jeder arbeiten. Manche Überlegungen bzgl. Ideen und deren „Wesen“ sind in diesem Buch sehr spirituell angehaucht. Das ist für manch rationale und tendentiell logisch denkenden Menschen schwierig zu ertragen oder nachzuvollziehen.
 
Deswegen ist für mich klar, dass dieses Buch nur bedingten Menschengruppen hilft. Was ich sehr schade finde. Denn kreative Menschen sind nicht zwangsläufig mit spirituellen Ökos gleichzusetzen, die gewisse Schwingungen und Beziehungen zu ihren Ideen brauchen. Mir ist natürlich auch klar, dass nicht jeder so von diesem Buch denkt, der nicht kreativ ist, oder spirituell veranlagt. Wie gesagt, das liegt am jeweiligen Leser.
 
Big Magic | Elizabeth Gilbert
 
Ich mag auch gar nicht abstreiten, dass ich unter Umständen mit der falschen Erwartungshaltung daran gegangen bin. Obwohl ich meine, im Vorfeld keine gehabt zu haben. Denn Eat.Pray.Love habe ich nie gelesen. Denn Film mal bruchstückhaft gesehen. Ergo, ich war total unbelastet, was die Autorin angeht.
 
Das Konzept des Buches ist mir entgangen. Es hat keinerlei Anwendungsbeispiele, die man mal austesten könnte. Alles ist rein hypothetisch aufbereitet und damit hat es sich. Und besonders Menschen, die sich an dieser Stelle weiterentwickeln möchten, ein Buch für den Preis käuflich erwerben, werden gegebenenfalls enttäuscht. Denn alles worauf man hier hoffen kann ist, dass durch das Lesen, sacken lassen und einige Pausen dazwischen vielleicht ein Gedankenprozess angestoßen wird. Aber messbare Erfolge oder Experimente fehlen hier.

Fazit

Bis auf ein Kapitel in diesem Buch, hat mich das alles nicht so gepackt. Ich fand manche Sachen schräg, weil ich die Sachen anders sehe; langatmig, wegen der Wiederholungen; nervig, weil ich für mich sehr wenig Inspiration aus der Erläuterung des Begriffs Kreativität ziehen konnte. Ich kann das Buch leider nicht empfehlen. Es ist für mich kein Buch, welches seinen Preis, noch den Hype (aufgrund der Person, die so einen fetten Bestseller hatte) rechtfertigt. Manches kann dir deine Oma, Mutter, beste Freundin, whoever(!) auf der Parkbank sitzend erzählen.
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2 Gedanken zu “Big Magic ─ Elizabeth Gilbert

  1. Oh WOW, danke für die Rezension. Ich hab bisher so viel Gutes von dem Buch gehört.
    Nun hast du mich etwas abgeschreckt. Dachte es ist wirklich mehr motivierend.. da ich aber mehr dazu brauche, wird es auch für mich nicht in Frage kommen.
    Danke für den Beitrag!

    Glg Mara
    http://piecesofmara.com

    1. Hallo Mara,

      ich glaube ja, manchmal braucht man einen richtigen Zeitpunkt für ein Buch. Für mich war der da wohl einfach nicht da. Es war mir etwas zu spirituell, und ich bin relativ nüchtern.
      Deswegen … vielleicht kannst du es dir ja mal in der Bücherei ausleihen. Dann kannst du sorglos reinschnuppern. 🙂

      Liebe Grüße
      Rebecca

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