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Der Junge, der mit dem Herzen sah ─ Virginia MacGregor

Der neunjährige Milo Moon leidet an einer Augenkrankheit, welche ihn eines Tages erblinden lässt. Sein Sehfeld nimmt immer weiter ab und deswegen nimmt er seine Umgebung mit einer besonderen Aufmerksamkeit wahr. Er lebt zusammen mit seiner Mutter Sandy, seiner Großmutter Lou und seinem Haus(zwerg)schwein Hamlet unter einem Dach.
Eines Tages wird seine Großmutter, nach einem von ihr verursachten Brand in der Küche, in ein Altersheim einquartiert. Dort fällt Milo mit der Zeit immer stärker auf, dass die umworbene Idylle nicht der Wahrheit entspricht und sogar sehr vieles in dem Wohnheim schief läuft. Milo beschließt sein Großmutter zu retten und die Umstände im VergissmeinNicht-Wohnheim aufzudecken.

Meinung

Der Junge, der mit dem Herzen sah von Virgina MacGregor ist eine zarte Familiengeschichte mit berührenden Szenen, bunten Charakteren und mit authentischen Dialogen.
 
Das Buch bezaubert von der ersten Seite an. Obwohl die Geschichte sanft vor sich plätschert und kein großer Spannungsbogen zu finden ist. Ich habe ihn aber auch nicht wirklich vermisst. Die Autorin hat es mit ihrem leichten Schreibstil geschafft, die unterschiedlichsten Charaktere in das Buch einzubinden und damit ein großes Bündel an Herzblut in die Geschichte zu weben.
 
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Die Geschichte an sich ist so bunt und mit vielen kleinen Thematiken bespickt. Unter Umständen kann das etwas mächtig wirken und ein bisschen viel auf einmal auf den Leser sein. Wenn man aber dieses Buch aus der zarten, naiven Perspektive eines 9-jährigen betrachtet, sind die Spitzen zu Essstörungen, Liebeskummer, Krankheitsfälle, Flüchtlingsdramen nicht weiter auszuführen. So merkwürdig das auch klingen mag.
 
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Denn im Vordergrund steht nun mal Milo, mit seinem Plan seine Großmutter zu retten; und für einen so jungen Menschen all diese Probleme von Erwachsenen oder der Gesellschaft zu erfassen und auszuführen, ist hier Fehl am Platz. Die Geschichte wird zwar aus verschiedenen Perspektiven, u. a. aus der Sicht der Großmutter im Wohnheim, erzählt, dennoch bleibt Milo Moon der Protagonist der Geschichte. Vielmehr kann man dieses bunte Sammelsurium an Thematiken und Figuren als vielschichtige und abenteuerliche Unterhaltung betrachten.
 
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Selbst durch die Perspektivwechsel kommt der Leser schlussendlich auch nicht durcheinander. Jede Person hat ihre eigene Stimme im Buch und diese hebt sich von den anderen Protagonisten, nicht nur anhand der Szenerie, ab. Die Geschichte birgt in ihrem Verlauf aber keine wirklichen Überraschungen, es lässt sich für den Leser schnell erahnen, welche Schritte als nächstes unternommen werden und das ist etwas schade.
 
Das Ende ist sehr zart und gut gelungen. Und hat es hat tatsächlich noch einige Mankos ausgeglichen, sodass ich mit einem guten Gefühl aus der Geschichte gehe.

Fazit

Der Junge, der mit dem Herzen sah reißt durchaus mit, obwohl sie keine nennenswerten Spannungspunkte besitzt und deswegen dem einen oder anderen Leser etwas lahm erscheinen mag. Ich allerdings fand diesen kleinen Mix aus emotionalen Momenten, die einen schmunzeln lassen, sowie nachdenklich stimmen gelungen. Wer eine kleine zauberhafte Geschichte sucht und auch keine Probleme damit hat, aus der Sicht eines Kindes zu lesen, das sogar vielleicht auch sucht, hat mit Der Junge, der mit dem Herzen sah eine schöne Lektüre vor sich, welche Wahrheiten ungeschönt, aber mit Charme preisgibt.

Weitere Rezensenten:

Damaris liest | Hannas Bücherwelt | Bücherchaos

 

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