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Die 5. Plage ─ James Patterson

In Die 5. Plage von James Patterson bekommt es Lindsay Boxer mit zwei Fällen auf einmal zu tun. In einem Krankenhaus in der Stadt treibt jemand sein Unwesen und legt anschließend den toten Patienten Metallknöpfe auf die Augen. Und dann gibt es noch die Car-Girl-Morde. Hier werden junge Frauen erstickt und hübsch hergerichtet, um dann in einem beliebigen Auto öffentlich platziert zu werden.
Bei beiden Fällen tappt die Mordkommission lange im Dunkeln. Yuki Castellano ist Teil des Clubs der Ermittlerinnen und gerät persönlich in die Krankenhausmorde. Ihre Mutter verstirbt plötzlich und über Nacht. Schließlich ringt sie Lindsay das Versprechen ab, den Mörder ihrer Mutter zu stellen. Wird es dem Club und Lindsay selbst gelingen beide Fälle zu lösen?

Meinung

Leider muss ich diesmal gestehen, dass mir Die 5. Plage nicht so gut gefallen hat. Dieser Band lässt sich zwar wie gewohnt gut lesen, der Schreibstil ist gut und die Charaktere sind soweit gewohnt in ihrem Rahmen authentisch. Wer die Reihe kennt, kennt auch die Personen mittlerweile und daher ist es wie eine Rückkehr zu alten Bekannten. Hier ist James Patterson sicher und gut und weiß seine Schreibfähigkeiten einzusetzen!
 
Was nur sehr irritierend bis leicht nervig war, sind die unendlich vielen Kapitel. Und das, weil nahezu jede zweite oder dritte Seite ein neues Kapitel begonnen hat! Klar, die Schnitte waren gut gesetzt, aber da fragt sich der Leser „Muss das sein?“.
 
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Hier hätte Patterson einfach einiges zusammenpacken können in ein Kapitel und es hätte nicht weh getan. Stattdessen wurde das Buch seitentechnisch schön in die Länge gezogen, da nach jedem Kapitelende nicht das nächste Kapitel anschließt, sondern der Rest der Seite leer bleibt (selbst wenn nur zwei Sätze auf der neuen Seite gedruckt waren) und man umblättern muss. Gegen Ende gab es dann doch noch ein paar Seiten mehr pro Kapitel, aber selbst das reißt’s nicht mehr raus.
 
Was leider stark fehlt ist ein guter Spannungsbogen. Man ist als Leser stets daran interessiert und neugierig, wie es weiter geht. Aber es hat einen nicht gepackt. Man kann das Buch jederzeit unterbrechen. Die Spannung war hier nicht vorhanden! Pageturner sehen anders aus! Die Atmosphäre hat deutlich gefehlt und berührt den Leser nicht. Man hat überhaupt kein Gefühl für die Todesängste der Opfer bekommen, noch wirklich Empathie gegenüber Lindsay und ihren Freundinnen. Wobei dieses Zusammenkünfte auch nicht mehr wirklich Teil des Buches sind.
 
Wurden in den ersten beiden Bänden diese Treffen noch Schauplatz von Brainstorming und Informationsaustausch, kommt das „Wir-Gefühl“ zwischen den Damen nicht wirklich auf. Und es ist kein richtiger „Women’s Murder Club“.
 
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Das Ende überrascht mit einer kleinen Irreführung, hat das Buch aber insgesamt nicht retten können. Da diesmal zwei Fälle parallel liefen, wirkte beides nicht in die Tiefen und konnte mich nicht in den jeweiligen Bann ziehen. Beide Fälle haben sich unglaublich in die Länge gezogen und haben natürlich an Spannung eingebüßt. An so mancher Stelle hat man auch immer öfter das Gefühl in einer Folge von Law & Order zu sitzen (und ich bin kein Fan dieser Serie). Diese Szenen im Gericht, die auch im letzten Buch der Reihe vorkamen, nehmen diesem Thriller den Kick. Das liest sich wie eine Werbeunterbrechung. Fand ich das im vierten Band noch erfrischend, sollte das bitte nicht in den künftigen Bänden vorkommen.

Fazit

Ein solider Band aus der Reihe, der eine nette Ergänzung im Regal ist, aber lange wird die Handlung von Die 5. Plage nicht im Kopf bleiben. Hier fehlte einfach die packende Spannung, der Thrill-Effekt, der einen auch ein bisschen verstört und unterschwellig ängstigt. Beide Fälle waren schwach und insgesamt hat es mich einfach nicht abgeholt.
Finde ich persönlich sehr schade und ich hoffe der nächste Band (welchen ich schon hier zuhause bunkere) bietet mehr. Ich kann dann doch nicht von Herrn Patterson ab.

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