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Fast wie fliegen ─ Katharina Silbermann

Luise – kurz: Lou, Ende zwanzig, ist frisch von Köln nach Berlin gezogen.
Eigentlich will sie nur in Ruhe ihre Doktorarbeit schreiben, wenn nicht Ex-Freund Daniel dazwischengrätschen würde. Immer wieder schafft er es sich in Lous Gedanken und Alltag zu schleichen. Was sie nur unnötig nach unten zieht.

Bei ihren Versuchen sich abzulenken, auch und gerade mithilfe von männlicher Gesellschaft, trifft sie schließlich auf Max. Die erste Begegnung ist noch eher unangenehm, danach wird Lou aber auf merkwürdige Art und Weise von ihm angezogen. Max ist alles was ihr Ex nicht ist und jemals war. Aus einer anfänglichen Freundschaft entwickelt sich mehr und damit nimmt das Karussell in Lous Leben an Fahrt auf.

Meinung

Fast wie fliegen ist das Erstlingswerk von Katharina Silbermann. Und um ehrlich zu sein, bin ich nicht so gepackt von dem Ding. Der Schreibstil zwar einfach und simpel, gut zu lesen, schimmert da aber auch nichts besonders durch, was wirklich erwähnenswert wäre.
 
Also fang ich am besten mit der Hauptfigur Luise alias Lou an. Die ist mir nämlich nahezu durchgängig unfassbar unsympathisch und scheint mir so launisch und aggressiv in so vielen Szenen. Ich war selbst überrascht wie viel Antipathie ich gegen sie entwickelte. Darüber hinaus erfährt man nicht mal wieso sie so ist. Enttäuschung und/oder Frust wegen dem Ex? Maybe! Aber hier wird die Brücke nicht gezogen. Das würde vielleicht noch was retten, etwas rechtfertigen, was es aber nicht tut. Dann handelt sie oft so, meiner Meinung nach, arrogant und nervig. Bis zur Hälfte des Buches musste ich mich echt hinkämpfen und danach hatte ich immer wieder das Bedürfnis das Buch einfach wegzulegen. In irgendeiner anderen Rezension hab ich mal gelesen, wie jemand das als „scharfzüngige neumodische Heldin“ bezeichnet hat…. Nein. Also…. Nein!!
 
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Was dem Ganzen zusätzlich die Krone aufsetzt ist, dass alle anderen Charaktere, die dort drin vorkommen, auch nur wieder oberflächlich angerissen werden. Ich hab kein Gefühl für die Geschichte, die Hintergründe, das Handeln und Denken von allen Beteiligten bekommen. Die ganze Geschichte über hat das schlicht genervt.
 
Wieso habe ich Fast wie fliegen zuende gelesen? Gute Frage. Weil ich trotzdem wissen wollte, wie sich alles auflöst. Auf dem Buchrücken wird nämlich ein Konflikt/eine Lebenssituation mit ihrem Vater umrissen. Die hat mich persönlich schon noch so gereizt weiterzulesen, in der Hoffnung, hier die Erklärung für dieses furchtbare Verhalten zu finden. Diese ganze Vater-Tochter-Sache kam aber erst im letzten Viertel des gesamten Buches. Und selbst das war wieder oberflächlich und zum Teil nicht nachvollziehbar geschrieben. Da kam null bei mir an. Es hat mich eiskalt gelassen.
 
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Immerhin: Einige Szenen und Dialoge waren auch echt gut. Da blitzte etwas auf, wo man als Leser drauf hofft. Die haben eine Stimmung eingefangen und die haben berührt. Wenn Lou denn mal wirklich Gefühle zeigte. Denn eigentlich suhlt sie sich permanent im Selbstmitleid und schlägt dabei kopflos um sich. Das hält man einfach nicht aus. So kurz das Buch auch ist.

Fazit

Das alles klingt ziemlich hart, aber Fast wie fliegen hat nicht mal ansatzweise meine Erwartung getroffen. Ich denke, so manche/r LeserIn wird der Geschichte was abgewinnen können. Denn Potential habe ich aufblitzen sehen. Für mich hat es aber am Ende einfach nicht gereicht. Es hat mich nicht mitgerissen, noch berührt oder auch nur im Ansatz begeistert.  Ich konnte mich beim besten Willen nicht mit der Protagonistin identifzieren. Sehr schade insgesamt.

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