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Lieben lassen ─ Ariane Sommer & Roman Libbertz

Alex und Tom sind zwei unabhängige Menschen. In ihrem eigenen Berufskosmos unglaublich erfolgreich und selbstbewusst, finden sie durch Zufall in Rom, anfänglich im beruflichen Rahmen zueinander. Doch schnell wird beiden bewusst, da ist eine besondere Anziehung. Beide haben dazu ihre jeweiligen Päckchen zu tragen und durch die Arbeit von Alex wird es dann auch für Tom sichtlich schwierig sich dafür zu entscheiden, ob sie lieben oder lieben lassen.

Meinung

Dieses Gemeinschaftsprojekt Lieben lassen von Ariane Sommer und Roman Libbertz hat schöne Akzente, wie erschlagend bizarre Szenen. Wer hier die Romantik sucht, sucht vergeblich.
Überraschenderweise harmonieren die beiden Schreibstile der Autoren sehr gut miteinander und es fällt nicht stark auf, dass hier durch die Perspektivwechsel und damit verbundenen schriftstellerischen Wechsel, zwei Autoren am Werk waren.
 
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Zu Beginn kann man nicht ahnen, was einem in Lieben lassen letztendlich erwartet. Und das ist, leider Gottes, unter anderem nicht immer schön. Den Autoren gelingt es zwar mit Charme und komischen Marotten, den Charakteren markante Persönlichkeiten einzuträufeln, doch quillt diese vor therapiebedürftigen Verhaltensweisen schon wieder über. Alex wirkt in dem gesamten Buch einfach sehr emotional von sich und der Außenwelt distanziert, was zwar verständlich in erzählerische Rückblenden erläutert wird.
 
Als Leser gestaltet es sich aber trotzdem schwer, Sympathie oder ansatzweise Empathie zu empfinden. Tom ist in seiner Charakteristik nicht wesentlich besser. Wirkt er doch emotionaler, kippt das bei ihm schnell ins Ungesunde, sehr vulgäre und melodramatische. Ob von den Autoren speziell gewollt oder nicht, die Protagonisten sind schwierig. Arschlöcher als Hauptfiguren brauch ich nicht als Leser. Da mag bei allem Querdenken dann einfach kein Verständnis oder Mitgefühl auftauchen.
 
 
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Umso schwieriger wird es dann auch, mag man den Titel des Buches – Lieben lassenGlauben schenken, Liebe in diese Geschichte glaubwürdig unterzubringen. Das ist hier nicht gelungen. Meiner Meinung nach, nicht mal wirklich im Ansatz. Hier schreien die Extreme so laut, dass das Zarte zwischen den Alex und Tom gar nicht an die Oberfläche getragen wird. So plötzlich wie die beiden sich begegnen, genauso heftig und intensiv sind diese Begegnungen. Sex ist definitiv ein großer und fast schon aufdringlicher Begleiter in diesem Buch.
 
Zwischen den vielen, doch schrägen Begegnungen und Handlungen von Alex und Tom, kommen so manch leicht poetisch-philosophische Gedanken auf und das macht dieses Buch so prägnant. Denn dieses leichte, will nicht recht zu diesem drallen Etwas von einer Handlung passen, doch reißt das an mancher Stelle wieder raus.

Fazit

Ich hatte anderes erwartet, um ehrlich zu sein. Ich dachte, in Lieben lassen kommt der emotionale Zwiespalt vordergründig ins Spiel. Ich dachte, hier spürt man Verzweiflung, Liebe und Widerwillen. Na gut, letztendlich hab ich das auch gespürt. Aber auf einer Ebene, die nicht schön ist und mit der ich kein Buch lesen, geschweige denn beenden möchte. Das war einfach zu sehr in die Extreme gezogen. So manche Szene ist bizarr und so weit von Respekt füreinander fern, dass man nicht anders kann, als die Charaktere irgendwie nicht zu mögen.
 
Das ist schon fast der Todesstoß. Wenn ich als Leser keine Empathie auf ein Minimum für den Protagonisten aufbringen kann, wieso sollte ich das Buch lesen? Der Buchstaben halber? Vom Schreibstil her ist es einwandfrei, aber nach gut der Hälfte des Buches macht es keinen Spaß mehr, weil die Charaktere so düster wirken, die Szenen sexuell überladen sind und manches einfach sinnfrei bzw. unnötig für die Geschichte war.
 

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