rezension-orphan-x-gregg-hurwitz | www.goldblatt-blog.de

Orphan X ─ Gregg Hurwitz

Evan ist Orphan X. Oder besser, war es mal. Das elitäre Programm, in welchem junge Menschen zu militärischen Kampfmaschinen ausgebildet werden, ist seit Jahren eingestampft. Doch noch immer verfolgt Evan das Ziel seine Dienste anzubieten. Er will helfen. Auf unkonventionelle Art. Dafür hat er klare Regeln. Doch als er gerade einen Fall abgeschlossen hat und ein neuer seine Zeit beansprucht, werden die Grenzen dieser Regeln neu definiert oder gar dem Erdboden gleich gemacht. Und am Ende ist Evan in einer ihn unbekannten Situation: In Lebensgefahr.

Meinung

Der Autor Gregg Hurwitz spielt in Orphan X direkt zu Beginn mit dem Leser. Er erwähnt die typischen Helden wie James Bond, Jack Reacher, Jason Bourne usw. Man merkt, der Autor hat einen Narren an solche Charaktere gefressen. Und das sollte einen, wenn man das Buch ausgelesen hat, nicht mehr wundern.
 
Am Anfang hatte ich so meine Schwierigkeiten ins Buch zu kommen. Es mag daran liegen, dass ich schon lange keinen derartigen Thriller gelesen habe oder der Schreibstil des Autors mir etwas zu distanziert, leicht unterkühlt oder einfach auch zum Teil sehr technisiert und sperrig vorkam. Eine Mischung von beidem scheint mir die Lösung. Denn nachdem ich mich mit der Zeit immer mehr in die Geschichte von Evan, einem anfangs zwölfjährigen Jungen, hineingelesen habe, zogen mich die ersten actionreichen Szenen in den Bann. Sobald man im aktuellen Zeitgeschehen und beim erwachsenen Evan, der um die Mitte dreißig anzusiedeln ist, ankommt, geht erst recht der Thriller-/Actionspaß los.
 
Die Zeit hörte auf, zu existieren. Impulse rasten Nervenbahnen entlang. Schweiß lief ihm am Kinn herunter. Seine Fingerspitzen pulsierten wie dicke blutrote Schnecken. ─ S.359
 
rezension-orphan-x-gregg-hurwitz | www.goldblatt-blog.de
 
Ich möchte eigentlich so wenig wie möglich von der Handlung und den Personen im Buch wiedergeben, weil die sich doch selbstständig entfalten sollten. Denn mir haben diese unvorhersehbaren, aber relevanten Wendungen sehr gefallen, genauso wie die unterschiedlichen und charismatischen Charaktere im Buch. Klar, das Buch ist schon ein wenig „typisch Thriller“, wenn man sich so manche Szene anschaut, da die ja mittlerweile zum Standard zu gehören scheinen. Ich rede da von diesem „übermenschlichen Willen“ oder Kampfszenen, etc. Der allgemeine Thriller-Fan braucht sich also keine Sorgen machen und kommt auf seine Kosten. Der Spannungsbogen baut sich relativ ruhig auf, weil noch sehr wenig Info und Verwirrspiel zu Beginn vorherrscht, aber sobald die ersten Hinweise fallen, weiß man kaum noch wie man von A nach B kommt. Hervorragend!
 
rezension-orphan-x-gregg-hurwitz | www.goldblatt-blog.de
 
Dennoch möchte ich hervorheben, wie vielseitig und tief Hurwitz Evan als Hauptfigur gezeichnet hat. Man hat zu Beginn wirklich nur diesen stereotypen Helden vor Augen, dessen emotionale Intelligenz und Empathie einfach nicht besonders ausgeprägt scheint. Dabei ist das nur unfassbar weit und tief bei Evan verborgen. So mancher Zivilist, der in diesem Buch auftritt, weiß an diesem Kern rumzufummeln. Und auch das ist so typisch. Es wirkt aber nicht so schrecklich klischeehaft, wie es klingt.
 
Orphan X selbst hat so einige Längen, die aber mit Szenen unglaublicher Spannung abgelöst werden. Kleine Rückblenden in die Vergangenheit lockern das Ganze auch noch sehr gut auf, sodass man doch recht zügig durch die Geschichte gleitet.
 
rezension-orphan-x-gregg-hurwitz | www.goldblatt-blog.de
 
Wer im Anschluss noch mehr Bock auf Thriller oder Orphan X hat, der kann auch den Blutdruck runterschrauben. Denn der Epilog klingt ganz stark nach Fortsetzung bzw. Auftakt einer Reihe.

Fazit

Was ein Ding! Da bleibt einem der Atem weg! Die Spannung setzt jedes Mal noch ein Schippchen drauf, dann ist da dieses rasante Erzähltempo, welches dir kaum den Atem lässt. Was mich aber am Ende an Orphan X  überzeugt hat, sind die vielen Wendungen, die sich nur bis zu einem gewissen Grad vorhersehen lassen. Charismatische Charaktere und Hochspannung garantiert! Ich habe genau das bekommen, was ich erhofft und erwartet habe.

Auch mal wieder Lust auf einen Thriller? Oder könnt ihr welche empfehlen?

 
Weitere Rezensenten:

Related Post

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterPin on PinterestEmail this to someone

5 Gedanken zu „Orphan X ─ Gregg Hurwitz

  1. Hey
    Wow klingt ja ganz schön spannend!! Das beste was man bei einem spannenden Thriller, Krimi oder sonst was machen kann ist ihn genauso spannend rüber zubringen wie er auch geschrieben wurde und das hast du in diesem Fall meiner Meinung nach sehr toll hin bekommen ;).
    LG Lea

  2. Hallo Rebecca,

    deine Rezensionen sind immer so schön gemacht. Mit den Fotos unterlegt ist diese Rezension wirklich wieder ein besonderer Leckerbissen.
    Ich mag deine Rezension wirklich sehr und habe sie deswegen bei meiner Rezension zu Orphan X mit verlinkt. Ich hoffe, dass das okay ist.
    Ganz lieben Gruß
    Yvonne

    1. Hallo liebe Yvonne,

      das Verlinken ist absolut okay! 😀
      Ich freu mich eher und danke dir sehr dafür!

      Das mit den Fotos ist wirklich eine großartige Sache, die ich jedem Blogger nur empfehlen kann. Eigene Fotos vom Buch bzw. vorgestellten Produkt sind 1000x authentischer als die Standard-Bilder und -Cover von den Verlagen. Und man kann sich herrlich kreativ entwickeln und ausleben.

      Ich werde die Tage mal bei dir vorbeischauen, was du so zu Orphan X zu sagen hast. 😀

      Liebe Grüße
      Rebecca

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.