To Kill A Mockingbird | Harper Lee

To kill a mockingbird ─ Harper Lee

Die junge Scout und ihr Bruder Jem leben in Maycomb, einem kleinen Städtchen im Bundesstaat Alabama. Ihr Vater Atticus ist Rechtsanwalt und zieht seine Kinder alleine, um 1930, in der Zeit der großen Depression, auf. Die Sommer sind warm und voller Abenteuer, beide Geschwister leben wohlbehütet und frei von Ängsten.
Doch eines Tages übernimmt Atticus einen mehr als besonderen Fall. Ein Schwarzer wird verdächtigt, ein weißes Mädchen vergewaltigt und geschlagen zu haben. Für Atticus Finch beginnt eine Zeit voller Sorge. Das Echo erreicht auch Scout und Jem, die sich mit Beleidigungen und Konflikten konfrontiert sehen, weil ihr Vater bereitwillig einen Schwarzen verteidigt.

Meinung

Der Roman To kill a mockingbird von Harper Lee ist ein Klassiker sondergleichen. Nachdem im Juli 2015 nun das Sequel Go set a Watchman veröffentlicht wurde, obwohl dieses Manuskript von der Schriftstellerin als lange verschollen galt, wurde das Buch  To kill a mockingbird wieder in Erinnerung gerufen.
 
Die feinfühlige Schreibweise von Harper Lee macht dieses Buch zu Recht zu einem herausragendem Buch, welcher über Generationen begeistert. Die Geschichte beginnt sehr sanft und ruhig. Sie führt langsam mit der Beschreibung der Charaktere und Örtlichkeiten in die Geschichte ein, erzeugt eine immer wieder zur Situation passende Atmosphäre. Im ersten Teil des Buches steht dieses Kennenlernen der Charaktere im Fokus und diese brisante Geschichte mit Tom Robinson, der Schwarze, welcher der Vergewaltigung bezichtigt wird, entwickelt sich nur andeutungsweise im Hintergrund.
 
To Kill A Mockingbird | Harper Lee
 
Die Ausarbeitung der Personen ist selten so einzigartig und gut gelungen. Scout als freches junges Mädchen, mit ihrer altklugen Art, die aber nie aufgesetzt wirkt; Jem, der große Bruder, der die Wandlung der Pubertät erlebt und so manches besser erkennt und versteht, als seine Schwester; oder Atticus, eine schillernde Figur, die nicht nur sympathisch ist, sondern auch eine Figur, die man für seine Art und seinen Erziehungsstil ehrt. Auch die Nebenrollen wie Miss Maudie, Aunt Alexandra, Boo Radley usw. will man einfach nicht missen.
 
Im zweiten Teil des Buches nimmt die Geschichte, um Tom Robinson und dessen Prozess, mehr Raum ein und die Missstände im Verhalten der Weißen gegenüber der Schwarzen werden mehr als deutlich. Harper Lee zeichnet eine Gesellschaft, die damals, wie heute noch zu erkennen ist. Das Besondere ist hier leider, dass die Weisheiten und Wahrheiten noch immer in die Gesellschaft von heute übertragen werden kann.
 
Dieses Buch ist durchweg zart in seinem Schreibstil, dennoch gibt es Momente der Spannung, in der man das Buch kaum weglegen mag. Selbst wenn man ein oder zwei Tage mal nicht zum Lesen kommt, ist es ein Leichtes in die Geschichte wieder einzusteigen.

Fazit

Ich habe selten so ein warmherziges, bezauberndes und herausragendes Stück schriftstellerischer Arbeit gelesen. Zu Recht ist es ein Klassiker und ich bin froh, es gelesen zu haben. Lange nachdem ich dieses Buch weggelegt habe, musste ich über verschiedene Szenen nachdenken. Denn in diesem Buch gibt es sehr viele gute Szenen, die prägnant, schockierend aber auch wunderschön und humoristisch sind. Hier ist etwas ganz feines und einzigartiges beim Lesen geschehen. Jeder sollte dieses Buch mal gelesen haben. Und das noch nicht einmal wegen des Überthemas Rassismus.
Weitere Rezensenten:
 

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3 Gedanken zu „To kill a mockingbird ─ Harper Lee

  1. Hallo, ich habe das Buch auch in diesem Jahr gelesen und gleich im Anschluss „Gehe hin, stelle einen Wächter“, das mir dann überhaupt nicht gefallen hat, weil ich die Charaktere als nicht so ausgereift und treffend beschrieben empfand wie in „Mockingbird“. Ein Leser hat einen Gedanken geäußert, den ich im Nachhinein als zutreffend empfand: Er beschrieb das Buch als „Wohlfühlbuch“ für die weiße Mittel- und Oberschicht. Nach dem Motto: Jetzt haben wir uns mit dem Thema Rassismus im Süden auseinandergesetzt, nun ist aber auch gut. Ich habe lange darüber nachgedacht und muss sagen, dass ich es nicht abwegig fand, das Buch so zu bewerten. Es ist aber wohl nur eine Sichtweise neben vielen anderen. Viele Grüße!

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