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Wenn die Liebe hinfällt ─ Luisa Buresch

Da ist Alia, auch genannt Ali. Und da ist Leander. Beide zusammen ergeben das Traumpaar schlechthin. Zusammen haben die beiden sogar eine kleine Tochter, Katie. Also sind sie sogar eine Traumfamilie! Doch der Alltag schleift von allen Seiten am Glück und eines Tages kommt der Satz von Leander „Es gibt eine andere Frau.“
Dieser Satz ist Alis persönliche Hölle. Alis Welt bricht zusammen. Ihr Liebster und treuer Gefährte ist weg. Alles vorbei. Von heute auf morgen. Ohne Vorwarnung. Ali schafft es mühsam, sich einen Weg an die Oberfläche, von diesem Sumpf der Traurigkeit und Selbstbemitleidung, zu bahnen. Da sind ihre Freundinnen, die auch so manches Männerproblem haben, dann gibt es die Prüfungen zum Studium zu bewältigen und da ist noch Kolja. Ihr finster dreinblickender neuer Nachbar, der ein Ei für die Pizza seiner Freundin braucht. Und dann, ja dann, ist da plötzlich wieder Leander……

Meinung

Luisa Buresch hat mit ihrem Erstlingswerk Wenn die Liebe hinfällt ein kleines Meisterwerk an Gefühlsausbrüchen geschaffen. Ihr Schreibstil, die Verwendung der Sprache, ist verblüffend ehrlich, klar und für den Leser sehr gut zu lesen. Es hat manchmal auch etwas leicht nüchternes, ist dabei aber sehr authentisch und fesselnd. Es wird einem schon schnell beim Lesen klar, dass die Autorin mit sehr viel Gefühl und Erfahrung dieses Buch geschrieben hat, denn die Emotionen sind so mitreißend beschrieben, dass es schon fast grenzwertig ist, wie gut das umgesetzt worden ist.
 
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Die Geschichte ist in guten, knackigen Kapiteln aufgeteilt, so dass man sehr schnell im Lesen voran kommt. Hin und wieder, besonders zu Beginn der Geschichte, wechselt die chronologische Reihenfolge in der Erzählung. Es finden Rückblenden statt; zum Beispiel zu dem Zeitpunkt, wo Ali und Leander sich kennen lernen; die von Gegenwartskapiteln abgelöst werden. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, weil man in die Szenen so reinklatscht, aber nach ein paar Kapiteln stört man sich da nicht mehr dran.
 
Am Anfang von Wenn die Liebe hinfällt wird die Beziehung zu Alia langsam aufgebaut, das Konstrukt der Beziehung zu Leander wird verdeutlicht und als Leser verliebt man sich zusammen mit Alia in die Figur Leander.
 
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Umso fataler der Moment, in dem Leander Alia gesteht, dass eine andere Frau im Spiel ist und er sich von ihr trennt. Der Leser fällt mit Alia tief und man wird unfreiwillig in diesen Moment des Verlassenwerdens mit hineingezogen. Hier wurde nicht nur oberflächlich dahin geschrieben. Es wurde nicht der alberne Versuch unternommen, etwas emotionales zu erschaffen, um den Leser – auf Teufel komm raus – davon zu überzeugen, dass hier echt und tiefe Gefühle auf den Spielplan treten. Nein. Hier wurden Erfahrungswerte, hier wurde Herzblut hineingesteckt.
 
Die Glaubwürdigkeit der Gefühle und Handlungen von Alia stehen in keinem Moment zur Debatte. Ich habe gelitten, mich an eigenen Herzschmerz zu realistisch erinnert gefühlt und mich darin auch wiedergefunden. Ich habe auf so eine Art, in einem Buch und vor allem nicht in der Belletristik so eine Verzweiflung, eine Wut, eine Lethargie, aber auch Hoffnung, Liebe und Humor niedergeschrieben gesehen. Diese Worte, die Seiten atmet man einfach weg. Ich finde das grandios!
 
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Wenn die Liebe hinfällt hat insgesamt schon etwas leichtes, aber sie biete auch so viel (melo)dramatisches. Und dazu verliert die Autorin nie den Bezug zur Realität und zum Alltag. Die Erlebnisse und Dialoge hat in etwa fast jeder schon mal erlebt bzw. geführt und das ist der Punkt, an dem das Buch den Leser in seine Welt zieht. Es war erschreckend schön und ich habe das Gefühl, dass mir dieses Buch noch unglaublich lange im Gedächtnis bleiben wird.

Fazit

Es war furchtbar. Und es war wunderschön. Die Geschichte reißt mit, in emotionale Untiefen und in süße kleine Schmetterlingshöhen. Ich habe bei so manchen Momenten stumm geflennt, während die Seiten unter meinen Händen so dahin gefolgen sind. Die Geschichte ist einfach so gut gewesen, weil dieses Gefühl, des Verlassen werdens, dieser Verzweiflung, wenn eine Beziehung endet und alles vorbei ist und man gewisse Dinge nie wieder mit dem Expartner macht, so verdammt gut verpackt wurde. Und dann sind da diese Lichtmomente, die sich auftun, und einem Hoffnung geben, einen zum Lachen bringen…
 
Ich empfehle Wenn die Liebe hinfällt nicht unbedingt Leuten, die gerade eine Trennung hinter sich haben, es sei denn man ist masochistisch veranlagt, was das seelische Gemüt betrifft. Aber ansonsten ist es ein Buch, was auf dem ersten Blick wie ein locker-flockiger Chick-Lit-Roman daher kommt, aber das täuscht. Er haut um, immer wieder gibt es Seitenhiebe in die Magengrube oder ans Herz. Mit Tiefgang und Ernsthaftigkeit. Und das ist schön.
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