Rezension | Zwischen uns die Flut | www.goldblatt-blog.de

Zwischen uns die Flut ─ Eva Moraal

Zwischen uns die Flut ist ein dystopischer Roman von der Autorin Eva Moraal aus den Niederlanden. In der Geschichte geht es um die Welt nach einer großen Überschwemmung. Die Gesellschaft, in der Nina und Max, die zwei Hauptprotagonisten, leben, ist in zwei Schichten, die Trockenen und Nassen gespalten. Die Trockenen leben gesichert auf dem Festland mit Schutzwällen. Richtung den Deichen und dem drohenden Wasser leben die Nassen. Weitgehend ungeschützt und in der Klasse niedriger.
Nina muss nach einer Überflutung ihrer alten Schule in eine andere Schule gehen, in der auch „Nasse“ gehen. Im Zusammenhang eines Referats lernt sie dann Max besser kennen und die beiden verlieben sich schließlich. Doch die Umstände sind nicht leicht. Nina ist die Tochter des Gouverneurs und Max Bruder eines Rebellen. Beide haben Familienangehörige verloren, bei der letzten Überschwemmung und es tun sich Geheimnisse auf, die doch beide miteinander, im Ungewissen, teilen.

Meinung

Zwischen uns die Flut besitzt einen flüssigen Schreibstil und die Kapitel sind nicht wirklich lang. Was das Lesen sehr einfach gestaltet. Wer also genau, nach solchen Büchern sucht, hat in diesem Roman schonmal diesen Punkt abhaken können. Die Geschichte wird im Wechsel aus der Sicht von Nina und Max erzählt.
 
Man bekommt als Leser allmählich und auch gleichgeartet ein Gefühl für beide Protagonisten. Somit wird dieser Roman und die Geschichte von Nina und Max auch aus den unterschiedlichen Perspektiven/Schichten (Nass vs. Trocken) erzählt. Gerade zu Beginn der Geschichte ist es sehr wichtig, diese gravierenden Unterschiede dargelegt zu bekommen. Für mein Verständnis war es dann einfacher, sich in die künftigen Beweggründe und Aktionen von Nina oder Max einzufühlen.
 
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Wunderbar ist die Fähigkeit der Autorin eine Atmosphäre zu kreiieren, die so beklemmend, düster und kalt ist. Man hat als Leser das Bedürfnis, sich imaginäre Nässe von der Haut zu streifen und sich ins Warme verkriechen zu wollen. Die Bilder, welche die Eva Moraal verwendet sind manchmal etwas krass, dafür aber authentisch. Die Welt und die Gesellschaft wirkt so chaotisch und in sich gestört, dass man sich glücklich schätzen kann, nicht dort zu leben. Die Gewalt, die in manchen Szenen eine Rolle spielen, sind genau richtig eingesetzt. So merkwürdig das auch klingen mag. Es wird nichts verherrlicht, aber auch nicht unnötig ausgelassen, um die Gemüter zu schonen und das gibt der Geschichte die gewisse Note an Authentiztät, obwohl es in der Zukunft, in einer dystopischen Welt eingefasst ist.
 
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Negativ aufgefallen ist mir aber, dass die Entwicklung in den Personen sehr lange stagniert. Manche Situationen erzeugen für den Leser, neutral betrachtet, eine Ungeduld und Wut. Manche Situation ist schlicht unnötig und festgefahren. Man sieht als Leser immer wieder dieselben Verhaltens- und Handlungsmuster der Protagonisten. Und das erschwert es dem Leser, meiner Meinungn ach, eine empathische Verbindung zu Nina oder Max aufzubauen. Auch wenn man zu Beginn gut in diese Charaktere schlüpfen mag, fühlt es sich zunehmend sperrig und verloren an. Man wächst mit dem Charakter nicht mit. Und das nimmt der Geschichte den Spielraum.
 
Denn das Setting und die Grundidee ist wunderbar umgesetzt. Doch bei den Hauptcharakteren und manchen Nebendarstellern, wackelt das ganze Konstrukt. Da fehlt es einfach an vernünftigen und schlüssigen Zusammenhängen und Handlungen, die sich dem Storyinhalt anpassen und fügen.

Fazit

Zwischen uns die Flut von Eva Moraal kann begeistern oder eben nicht. Mich selbst hat die Umsetzung der Autorin leider nicht komplett überzeugt. Das lag aber hauptsächlich an der Charakterentwicklung und -umschreibung. Dadurch fehlte mir die nötige Empathie, um mich in gewissen Szenen mitzureißen. Der Unterhaltungsfaktor ist ganz klar da, keine Frage! Doch wenn mir die Geschichte keinen klaren Kontaktpunkt in Form eines guten und sympathischen Hauptcharakteren liefert, ist man in der Geschichte leicht verloren und betrachtet die Geschichte aus einer sehr distanzierten Lage.

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