Verliebt, verlobt... | www.goldblatt-blog.de

Verliebt, verlobt….

Es ist jetzt fast genau, auf den Tag, zwei Wochen her. Diesmal möchte ich den Blog tatsächlich mal nutzen, um eine Erinnerung festzuhalten. So richtig oldschool als Fast-Tagebucheintrag. Wer es noch nicht mitbekommen hat, mein Freund, halt!, jetzt Verlobter, hat mir am Freitag vor zwei Wochen einen Antrag gemacht. Ich, die dusselige Kuh, die immer dachte, dass ich vielleicht niemals heirate und wenn überhaupt eher so just for fun, weil man das wenigstens einmal im Leben mitgenommen haben sollte, schwebt gerade auf Wolke 7. Mit dem vollen Programm, ganz vernarrt und giggelig und irgendwie ein bisschen noch nicht auf den Boden der Realität angekommen, weil ich in einer Trilliarde Jahre nicht damit gerechnet hätte, dass er diese Frage dropped. Ich frage mich noch immer ein wenig, ob das wirklich passiert ist. Und das ist es. Aber es ist so anders. So surreal.


Ich könnte jetzt ellenlang darüber schreiben, wie es mir geht, was ich fühle, was mir so durch den Kopf jagt, aber dafür ist noch Platz am Ende des Beitrags. 

Erinnert ihr euch noch an den 30. Juni 2017? Ihr wisst schon, der Tag, an dem dieses #EheFürAlle-Ding beschlossen wurde? Ich habe mich ungemein für die homosexuellen Paare gefreut, habe an dem Tag, als Future-Mr Goldblatt und ich noch einkaufen gefahren sind darüber sinniert, wie viele Paare nur auf diesen Tag gewartet haben und jetzt reihenweise auf die Knie oder ähnliches fallen, um ihre/n Liebste/n die Frage der Fragen zu stellen. Ich war froh. Es war so ein Stück Fortschritt für Deutschland, für gleichgeschlechtliche Paare. Und wer konnte denn ahnen, dass der Kerl, mit dem ich mich für diese Paare gefreut habe, die ganze Zeit in der Hosentasche oder in der Tasche in seinem Hoodie eine kleine graue Schachtel spazieren trug? 

 

Wir waren ein wenig müde, ein wenig erschöpft.

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Man könnte sich jetzt einbilden, dass dieser Tag bestimmt super spektakulär war, dass die Ereignisse megafancy waren und das der Antrag nur das Sahnehäubchen war. Aber das war es so nicht. Nachdem wir die ganze Woche unterwegs waren, der Urlaub ist gerade zuende gegangen, waren wir einfach froh, mal einen Tag gechillt durchatmen zu können. Wir waren ein wenig müde, ein wenig erschöpft. Und so zog sich das auch durch den Tag.

Der Abend war genauso ruhig und kurz vor Mitternacht bin ich dann ins Schlafzimmer umgezogen, weil ich müde war, nur noch ein wenig lesen oder netflixen wollte und dann schlafen. Als ich dann wie King Karl im Bett lag, zum gefühlt 200. Mal in meinem Leben die erste Folge Pretty Little Liars anfangen wollte, kam Future Mr Goldblatt an, lehnte sich an die Wand links von meiner Bettseite und startete belanglosen Smalltalk. Ich fand das nicht schräg oder verdächtig. Nach einiger Zeit habe ich mich zwar schon gefragt, warum er nicht auch einfach ins Bett steigt, aber gut…. vielleicht wollte er nochmal in die Küche, ins Bad, whatever. 

 

Es hätte alles sein können…

Was dann folgte war schräg. Auf unangenehme Art und Weise für mich. Es gibt so eine Eigenart von Future Mr Goldblatt, dass er nicht gut auf den Punkt kommt. Er redet gern und viel. Und aus der Vergangenheit wusste ich, dass Sätze mit: „Ich muss dich was fragen“ oder „Ich muss dir was gestehen“ PLUS dem Zusatz „aber du musst ehrlich antworten“ nicht immer so geil waren. Und in diesem Fall hat er letzteres sehr oft angehangen, während er da unruhig an der Wand stand. Ich habe mir schon echt böses vorgestellt, weil er so am Drucksen war und ich schon deswegen so ein ungutes Gefühl bekam. Es hätte alles sein können von „Ich trenne mich“, „Ich bin fremdgegangen“ bis hin zu „ich bin sterbenskrank“. 

Irgendwann hab ich ihm dann auch gesagt, dass ich die Frage vielleicht nicht hören möchte. Dass er mir das ja per E-Mail schicken kann, wenn er es nicht mündlich rauskriegt und er jetzt damit endlich rausrücken soll oder es komplett sein lassen kann. Ich hatte schon ein ganz schwitziges Gefühl im Nacken und wurde selbst irgendwie unruhig. Zu allem Überdruss kam dann einer unserer Kater, legte sich bei mir auf den Bauch und dann herrschte so eine richtig unangenehme Stille. So eine Stille mit Spannung, die aber nicht geil und kribblig ist. Sondern so mega awkward und eklig. 

Die nächsten Sekunden sind wohl das Stück Erinnerung, die am intensivsten, aber zugleich irgendwie schwammig sind. Ich sah ihn an, er mich und dann fing er an mit: „Ich wollte dich, Rebecca….“ setzte zum Sinkflug in den Kniefall an, zog zeitgleich diese kleine Schachtel aus seiner Hose? seinem Hoodie? (ich weiß es nicht) und dann machte es bei mir Klick! Ich muss wir ein blökendes Schaf geguckt haben und meinte nur „Das machst du jetzt nicht wirklich?!“, fing instant an zu heulen (ich erinnere mich nicht jemals so schnell und heftig angefangen haben zu weinen), zog die Decke über meinen Kopf, wo der Kater noch drauf lag und heulte und heulte und heulte. Es könnte sein, dass ich ganz oft geflucht habe und meinte „Das machst du jetzt nicht wirklich?! Das ist nicht dein Ernst!“ 

Ich weiß nicht, wie lange ich wie ein kleines Mädchen unter der Decke rumschluchzte und diesem Vakuum im Kopf ausgesetzt war. Es fühlte sich an als hätte jemand den Stopfen aus der Wanne gezogen und alle Gedanken waren weg.

 

 „Du bist einfach verrückt!“ 

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Ich wusste schon, was ich antworte. Ich wollte Ja sagen. Aber ich war unfähig dieses Wort beim Heulen rauszukriegen. Ich wollte ihn dabei ansehen, ich wollte es „richtig“ machen und mich nicht weiter unter der Decke verstecken. Also zog ich das Ding von mir runter, sah aber trotzdem nichts, weil die Brille total beschlagen war und brachte sowas wie „Du bist einfach verrückt!“ raus. Ich glaube, er hat echt lange auf sein Ja warten müssen. Ich weiß nicht mehr wie lange, wie oft ich „Du verrückter Affe!“ gesagt habe, ehe mir ein „Ja“ über die Lippen kam. Und er hat die ganze Zeit gewartet. Auf Knien. Neben dem Bett.

Der Blick auf den Ring kam auch erst sehr spät, weil ich selbst nach dem Ja noch zwei- dreimal in Tränen ausgebrochen und ihm in die Arme gefallen bin. Erst als er mir signalisierte, dass er mir den Ring anstecken mag, hingen meine beiden Arme hilflos vor mir in der Luft, wie ein billiges Double von Mr. Burns aus den Simpsons, weil ich in dem Moment keine Ahnung hatte, wo man das Ding ansteckt. Also war es erst einmal die rechte Hand und nachdem Google nachgeholfen hat, wurde kurz gewechselt.

Man mag denken, dass das unfassbar unspektakukär war. Kein Youtube-reifes-Proposal-Video, kein Meer aus Teelichtern und Rosen, sondern es war so wie wir sind. Einfach. Spontan. Und vor allem (für mich) aus heiterem Himmel. Und im Nachhinein danke ich für diese Decke, die ich über den Kopf ziehen konnte. Ich brauchte das. In der Öffentlichkeit wäre mir das nicht möglich gewesen kurz abzutauchen. 

Es braucht wirklich nicht viel. Man stellt sich das gut und gerne mal vor in einer Beziehung, sieht von anderen Menschen die Anträge, hört Geschichten und denkt sich, joa, so möchte ich das auch (oder auch nicht). Aber am Ende ist es, wenn man sich liebt, egal. Es war für mich perfekt. Er hat keine großen, gefühlsschwangeren Worte verloren (die auch nicht zu ihm gepasst hätten), sondern hat einfach gefragt. Und nachdem der erste Adrenalinschub abgesackt war und er mir von seiner Planung erzählt hat, war das das Schönste überhaupt. Denn er hat das seit Wochen und Monaten geplant. Seit Tagen immer wieder nach Gelegenheiten gesucht, aber keine bekommen und als er sich dann an diesem besonderen Tag der Gleichstellung den Ruck gegeben hat, war dies Perfektion genug. Er hat das alles hinbekommen, ohne das ich den Hauch einer Ahnung gehabt habe. Dabei dachte ich IMMER, dass ich irgendwie geartet den Braten riechen könnte. Aber es kam mit keiner Vorahnung, keinem Verdacht und hat mich aus der Bahn geworfen. Selbst nach fast acht Jahren, in denen wir unsere Höhen und Tiefen hatten, habe ich nie auf diese Frage gewartet. Unmöglich war es nie, wir hatten ja schon einige Male darüber geredet, aber ich hätte nochmal genauso viele Jahre ohne einen Trauschein drangehangen.

 

Ich freue mich aber unglaublich auf diese Zeit

Was kommt jetzt? Wir haben schon darüber gesprochen und peilen für die Hochzeit 2018 an. Wenn es aber noch etwas länger dauern sollte, ist das auch nicht schlimm. Ich bin noch total geplättet und finde den Gedanken sich ernsthaft mit diesem Hochzeitskram auseinanderzusetzen etwas befremdlich. Ich freue mich aber unglaublich auf diese Zeit der konkreten Planung und auf diesen einen Tag, wenn wir vor Freunden und Familie diese Verbindung feiern. Ich bzw. wir möchten das alles so entspannt wie möglich halten. 

Und hat sich etwas zwischen uns oder in der Beziehung verändert? Nein. Es ist zwar merkwürdig und ungewohnt ihn nun auch „meinen Verlobten“ nennen zu können, aber es ist derselbe Mensch. Vielleicht ist es eine neue Ebene in der Beziehung, weil man zusammen dieses „Ehe-Ding“ angehen möchte und eben mit dieser Person ganz offiziell das Leben teilen mag und das alles, sorry, einfach erwachsener und irgendwie „alt“ ist. Das macht es komisch und ungewohnt. Aber nicht schlecht. Als wir es unseren Eltern erzählt haben, hat es das Ganze realer gemacht und irgendwie offiziell. Und das hat mir tatsächlich geholfen, diesen Zustand als real anzunehmen. Als nur er und ich wussten, dass ich Ja gesagt habe, war es noch etwas total Unwirkliches, weil es nur wir beide wussten.

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Natürlich wird es hier auf dem Blog den einen oder anderen Beitrag zu diesem Thema geben, weil es nun so präsent ist und so viel Planung, auch in den kleinen Details, benötigt. Ich bin ein kleiner Perfektionist und bei einer Sache bin ich mir schon ziemlich sicher, dass ich sie umsetzen möchte. Aber das geht eben nicht in ein paar Wochen oder Monaten. Vor allem mag ich kein Vermögen in diesen einen Tag stecken und doch das umsetzen, was für mich nicht fehlen darf. Das braucht Zeit (und Geld…). Allein der Brautstrauß wird ein Herzensprojekt sondergleichen werden. Und hell yeah, könnt ihr euch vorstellen wie geil ich auf die Fotos von dem ganzen Kram bin? Ich würde die ja selber machen, aber von diesem Tag wird das schlecht gehen und meine Ansprüche an den Fotografen oder die Fotografin sind hoch. Das kann ja was werden… 


Falls ihr also ein bisschen Mäuschen spielen möchtet, dürft ihr mich gerne auf meinen „Bride to be“-Weg begleiten und falls ihr Tipps und Tricks habt, jemanden um 50 Ecken kennt, der Erfahrung damit hat, dann nur her damit. Ich bin offen für alles und freu mich über jede Hilfe und Anregung. Pinterest ist schon mein neuer bester Freund geworden und wird es nun wohl noch eine ganz lange Weile bleiben.

 

 

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20 Gedanken zu “Verliebt, verlobt….

  1. Nochmal ganz herzlichen Glückwunsch <3 Ich freu mich riesig für dich!! Ein wunderschöner Beitrag, und es ist toll, dass du diesen besonderen Tag mit uns teilst *-*

  2. „Dass er mir das ja per E-Mail schicken kann, wenn er es nicht mündlich rauskriegt”. 😀 Aber so von Angesicht zu Angesicht war es dann wohl doch etwas besser. 😉
    Alles Gute für euch!

  3. Liebe Rebecca,
    das ist einer der schönsten Anträge, von denen ich lange gehört habe. Eben weil nichts inszeniert war 🙂 Ich kann mir so lebhaft vorstellen, wie du heulend unter der Decke liegst – so sympathisch und absolut nachvollziehbar. Ich finde es ganz toll, dass du diesen Moment und diese Erinnerung hier teilst, du wirst diesen Abend ganz sicher nie vergessen. Herzlichen Glückwunsch euch beiden!
    Liebe Grüße,
    Anna

  4. Hallo Rebecca,

    herzlichen Glückwunsch erstmal! Wirklich toll, dass du diesen Moment hier mit uns geteilt hast. Es ganz toller besonderer Beitrag, bei dem ich dir mitfühlen konnten. In Zeiten, wo manchmal garkein Antrag mehr gemacht wird, sondern nur noch beschlossen wird zu heiraten, finde ich solche Geschichten ganz toll. 🙂

    Liebe Grüße,
    Jenny

    1. Hallo Jenny,

      anscheinend war das bei meinen Eltern und den Eltern meines nun Verlobten ähnlich. Die haben irgendwann einfach beschlossen zu heiraten, bzw. es musste sein, weil man dann schwanger war. Andere Zeiten eben.
      Da bin ich dann doch ganz froh, dass man tatsächlich aus freien Stücken mit einem Hauch Romantik beschließt, diesen Schritt zu machen. 🙂

      Danke ♥

      Liebste Grüße
      Rebecca

  5. Liebe Rebecca,
    auf Instagram habe ich ja schon von deiner Verlobung gelesen, aber dieser Text von Dir ist wirklich zuckersüß. Und braucht ja auch kein großes Tamtam, wenn es einfach passt. Ich freue mich sehr.fur2Dixh. Eine wunderschöne Zeit euch beiden 💍❤
    Sophie

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