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Wählen ist wichtig – Bundestagswahl 2017

Alle vier Jahre ist es soweit. Die Bundestagswahl. Und beim ersten Mal ist man noch ganz aufgeregt, wenn man diesen kleinen Schein im Briefkasten liegen sieht. Da steht dein Name drauf. Da steht drauf, wo du hingehen sollst, um deine Stimme abzugeben. Eine Stimme. Deine Stimme. Du darfst wählen, darfst diese Demokratie mitgestalten. Du kannst die Regierung der nächsten vier Jahre formen oder zum Einsturz bringen. Entscheide du. Mit zwei Kreuzchen auf einem Zettel. Dieses Jahr am 24. September.

 

Die Bundestagswahl 2017

Ich selbst setze nun zum dritten Mal für die Bundestagswahl meine Kreuzchen. Es sind nur wenige Sekunden, vier diagonale Striche auf einem Blatt Papier. Wenn man sich vor Augen führt, dass dieses Jahr 61,5 Millionen Menschen in Deutschland wahlberechtigt und davon sogar 3 Millionen Erstwähler/innen sind, kann man sich vielleicht fragen, ob denn meine Stimme überhaupt etwas bringt. Ja, sie kann etwas bringen, wenn man wählen geht.

Vielleicht denkst du, dass nur wieder die großen und bekannten Parteien in den Bundestag ziehen und deine Stimme verloren geht. Doch das stimmt nicht. Du kannst nicht nur die Regierung bestimmen und lenken Kanzler wer wird, du bestimmst auch, wer der Regierung in einer starken Opposition gegenübersitzt. Du entscheidest, wer im Bundestag Gesetze vorschlagen darf. Du entscheidest im Zweifel darüber, mit deiner Stimme, ob deine gewählte Partei schon einen Sitz mehr im Bundestag bekommt. Jeder weitere Abgeordnete deiner Partei kann für dich deine Poltik vertreten. Ein Sitz mehr ist wenig? Dafür das dieser Sitz deine Meinung vertritt, ist es das nicht. Du kannst darüber entscheiden, dass z. B. die AfD nicht in den Bundestag einzieht. Du entscheidest darüber, ob rechtspopulistische und nationalsozialistische Parteien auch weiterhin, nach Kriegsende, keinen Zugang zur Regierung bekommen.

Dieses Jahr wählst du nicht direkt Frau Merkel oder Herrn Schulz. Du wählst die Partei, die du an der Macht sehen willst. Die Mehrheit hat das Ding in der Tasche und darf den oder die Bundeskanzler/in bestimmen. Hier ein sehr verständliches Video zur Erklärung, wie die deutsche Bundestagswahl läuft:

 

 

Du entscheidest, ob dieses Deutschland ein Platz der Offenheit, Toleranz und Zukunft ist. Du entscheidest, ob du solchen Wahlkatastrophen, wie letztes Jahr in den USA oder als es zur Abstimmung zum Brexit kam, auch in Deutschland ihren Weg bahnen. Deine Stimme ist wichtig!

 

Jede Stimme zählt!

Doch die Wahlbeteiligung lässt immer weiter nach. Besonders die junge Generation schafft es oftmals nicht zu den Wahlurnen, weil Politik und die deutschen Politiker uninteressant, undurchsichtig und nicht nahbar erscheinen. Die Wahlbeteiligung bei den Menschen Ü60 ist oftmals doppelt so hoch, wie bei Erstwählern und Menschen unter 30. Möchtest du in einer Demokratie leben, die vorwiegend diese Altersgruppe repräsentiert? Wenn nicht, geh wählen!

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Prognose Wahlbeteiligung | Quelle: bundestagswahl-2017.com

Insgesamt gehen von den 61,5 Millionen nur vielleicht 70 % wählen (das sind also ca. 43 Millionen – und Deutschland hat momentan ungefähr 82,8 Millionen Einwohner). Das ist ein ganz klein wenig mehr als die Hälfte, die sich tatsächlich an der Wahl einer Regierung beteiligt. Die andere Hälfte beugt sich stillschweigend dem Willen der zur Wahlurne gegangenen Menschen. Findest du das fair? Durch Nichtbeteiligung kannst du diesen Staat nicht formen.

 

Bestimme dein Leben und deine Zukunft

Du ignorierst deine Zukunft, du ignorierst die Politik, die allgegenwärtig ist. Sobald du vor die Tür gehst, siehst du dich mit Politik konfrontiert. Wenn der Bildungsstandard in jedem Bundesland anders angesetzt ist, ist das eine Auswirkung der Politik. Wenn du seit Jahren mit deiner Krankenkasse über bestimmte Behandlungskosten streitest, liegt das an der Politik. Wenn du seit viel zu vielen Jahren nur befristet angestellt bist in deinem Job, liegt das – ja auch – am Unternehmen, aber ebenfalls an der Politik. Wenn du neben deinem eigentlichen Job noch zwei weitere Jobs hast, weil das Geld nicht reicht um dich und deine Kinder über die Runden zu kriegen, liegt das – du errätst es vielleicht – an der Politik. Politik ist einem großen Maß verantwortlich dafür, wie und in welchem Ausmaß, wir unser Leben frei und selbstbestimmt leben können.

Ich weiß, die hohe Politik ist nicht fancy, nicht glamourös, nicht einfach zu verstehen. Wenn man sich das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz am Sonntagabend angesehen hat, kann das Interesse an Politik schnell wieder flöten gehen. Aber für die Wahl musst du noch nicht einmal seit 10 Jahren voll den Durchblick haben. Es reicht, wenn du dir die Wahlprogramme durchliest, dir Gedanken darum machst, wie du die Zukunft dieses Landes, in dem du wohnst, liebst und lebst, gestalten möchtest.

 

Sich informieren ist unerlässlich

Nutze beispielsweise den Wahl-O-Mat, um eine Orientierung zu bekommen, dich vielleicht auch mit anderen Parteien zu beschäftigen, die nicht so groß und bekannt sind, aber deinen Vorstellungen und Zielen für eine Regierung entsprechen. Auf der Seite zur Bundestagswahl 2017 findest du eine Auflistung der Parteien, sowie einige Wahlprogramme, die dieses Jahr zur Wahl stehen. Und dann gehe, wenn du wählen darfst, am Sonntag, den 24. September zur Wahl. Oder nutze die Briefwahl, falls du zu dem Zeitpunkt andere Verpflichtungen hast oder im Ausland bist. Nutze deine Stimme, deine einzelne Stimme, um in der Menge etwas zu erreichen. Du änderst nichts in diesem Land, wenn du es nicht versuchst.

 

Nutze deine Stimme.
Setze ein Zeichen.


Bist du dieses Jahr wahlberechtigt und weißt du schon, welche Partei du wählst? Ist dir dieses Jahr besonders wichtig, oder machst du da keinen Unterschied.

 

 

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5 Gedanken zu “Wählen ist wichtig – Bundestagswahl 2017

  1. Wow, du hast ja echt einen langen und informativen (und auch mit Herzblut geschriebenen) Beitrag verfasst;)

    Ich werde mit Aufmerksamkeit verfolgen, wie die Wahl abläuft, wir haben in Österreich auch Wahlen, am 15. Oktober, und natürlich werde ich da wählen gehen. Für mich ist das selbstverständlich. Und dann werden wir ja sehen, was dabei herauskommt. Und das erste Mal wählen gehen ist doch immer etwas besonderes, oder etwa nicht?
    Mit der Zeit wird es aber ganz normal…

    Naja, dir noch einen schönen Tag!

    1. Hallo Valerie,

      erstmal danke für dein Feedback. Und ja, das ist wirklich ein Thema, wo ich Herzblut reinstecke. Nicht wählen zu gehen ist für mich keine Option. Es gab Zeiten, wo man gar keine Wahl hatte. Egal, ob Mann oder Frau. Jetzt sind wir heute in der priviligierten Situation wählen zu dürfen. Auch wenn man manchmal zwischen Pest und Cholera wählen muss, sollte man sich selbst da noch entscheiden können oder zumindest für eine starke Opposition sorgen (oder wenn einem das alles nicht passt, selbst politisch aktiv werden und was bewegen).

      Ich hoffe, dass die Wahlbeteiligung nicht so niedrig ausfallen wird, wie prognostiziert. Mit der Zeit wird wählen normal, aber das sollte es vielleicht gar nicht. Es verliert nie an Macht oder Gewicht. Das erste Mal bleibt aber natürlich immer etwas besonderes. 😉

      Liebe Grüße und ich hoffe, eure Wahl geht auch gut aus!
      Rebecca

  2. Ich würde gern wählen, doch die meisten Parteien haben das wofür ich stehe, also sthe ich vor der Wahl, ob ich nicht wähle oder ja man den, der auch Sachen denkt, wo ich nicht zustimme.

    1. Hallo Jenny,

      ich werde dir natürlich jetzt schlecht sagen können, wen du wählen sollst. Ich kann mir aber vorstellen, wenn du dir die Parteien und ihre Wahlprogramme nochmal ausführlicher ansiehst, einige Unterschiede entdecken wirst. Denn gerade die großen etablierten Parteien liefern sich gerne auch mal entgegengesetzte Ziele, um eine Gruppe auf jeden Fall abzuholen.

      Nicht wählen zu gehen ist für mich keine Option. Ich bitte dich daher unbedingt wählen zu gehen. Selbst wenn du erst in der Wahlkabine deine Entscheidung fällst.

      Sicher gibt es ein paar Parteien, deren Basis ich z. B. interessant und auch gut finde, dennoch habe ich natürlich für mich bestimmte Schwerpunktthemen, die ich unbedingt „richtig“ vertreten sehen mag. 100% Meinungsgleichheit mit einer Partei wird man wohl selten finden. Vielleicht hilft dir das schon ein wenig? Für dich Schwerpunktthemen festzusetzen, abzugleichen, wer auf jeden Fall oder die meiste Deckung in der Meinung aufweist und diese Partei zu wählen?

      Liebe Grüße!
      Rebecca

  3. Ich darf dieses Jahr das erste mal wählen gehen, da ich endlich alt genug bin. Und ich freu mich auch schon mega gut. Auch wenn meine stimme vielleicht in der Masse unter gehen wird, aber das ist mir egal. Denn es ist meine Stimme! Ich darf mich für etwas entscheiden, was die nächsten 4 Jahre bestimmt. Und ich finde es nicht gut, das so viele nicht wählen gehen, weil sie denken, das es eh nichts bringt. Dieser Gedanke ist Blödsinn, meiner Meinung nach. Denn jede Stimme bewirkt doch etwas. Und es kommt auf jeden einzelnen an!
    Ich bin wirklich froh, das ich diesmal mit entscheiden darf 😀

    Alles Liebe
    Maddie
    https://daydreamer4you.blogspot.de/

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