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Where you lead, I will follow

Ich finde mich momentan mittendrin und knietief darin wieder. In einem Serien-Hangover.

Es ist ähnlich wie bei einem guten Buch. Man hat es zuende gelesen, hat es in vollen Zügen genossen. Und darauf kommt die Leere. Eine Leere, die dennoch so voll ist, dass die Gedanken stets um die Geschichte, die Figuren kreisen. Das ist auch mit Serien möglich. Eben dieses Phänomen durchlaufe ich im Moment. Wem hier böses schwahnt, der kann direkt wieder weiterziehen. Denn ja – ich rede von der Serie Gilmore Girls.

Ich muss etwas ausholen, damit man versteht, warum diese Serie das für mich ist, was sie eben ist.


Sweet Fifteen

Ich war naive und süße 15 Jahre alt, als das erste Mal ein Trailer bzw. Werbespot für eine neue Nachmittagssendung auf Vox über den Fernseher flimmerte. Damals kam Lorelai die Treppe runtergestolpert, warf mit ihrem Charme und Wortwitz um sich und ihre junge, sich in meinem Alter befindende Tochter Rory strahlte diese Ruhe, Schüchternheit, aber auch innere tiefe Lebendigkeit aus. Ich war sofort Feuer und Flamme. Ich fühlte eine enorme Anziehung.

 

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Kurz darauf liefen die ersten Folgen und ich habe die Serie von Tag 1 an geliebt. Rory, zielstrebig, intelligent, liebte Bücher ebenso sehr wie ich. Die Mutter, Lorelai, ein quirliger, anderer und älterer Teil meiner Persönlichkeit, die ich mir als Vorbild nahm, falls ich später selbst eine Tochter haben sollte. Und sie konnte Schnee riechen. Oh mein Gott. Lorelai und der Winter waren Best Buddys. Und auch darin fand ich mich. Um es einfach zu sagen: Ich fand die beiden saucool. Ich liebte ihre Persönlichkeiten. Das Zusammenspiel. Ihre besondere und innige Beziehung, egal was da kam. Ich sog den Humor wie ein Schwamm auf und diese Serie, die unter der Woche jeden Tag lief, wurde mein Highlight. Mit ihren Geschichten, mit ihren Darstellern und deren Eigenheiten. Es war ein buntes Potpourri an Lebensfreude. Meine kleine schillernde Oase, in einer, zugegeben, etwas schwierigen Zeit für mich.

Irgendwann, es muss in den letzten zwei oder drei Staffeln passiert sein, damals um 2005, als die Serie schließlich zur Primetime lief, hatte ich nicht mehr die Möglichkeit die Serie weiterzuschauen. Ich weiß auch gar nicht mehr, wann ich diese restlichen Folgen nachgeholt habe, aber irgendwann wurde die Serie wiederholt. Und spätestens da kam mein kleines Revival.

 

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Dann stolperte ich vor ca. 2 Jahren nochmal über ein paar Folgen. Immer mal wieder vereinzelt, beim Zappen, habe ich die Serie wiedergesehen. Und jedes Mal überkam mich so ein wohliges tolles Gefühl, wie damals, als ich die Serie zum ersten Mal sah. Ende letzten Jahres wollte ich einfach nur aus Lust die Serie wieder anfangen zu sehen. Das hab ich auch. Über die letzten Monate hinweg. Immer mal wieder. Immerhin waren es sieben Staffeln. Als am Anfang des Jahres dann durchsickerte, dass bei Netflix ein Revival veröffentlicht wird, musste ich das natürlich auch sehen.

Super getimed, habe ich die letzten zwei Folgen der siebten Staffel meines Re-Watchings am Donnerstag gesehen. Ich war sozusagen auf dem aktuellsten Stand und musste natürlich noch am Freitag mit den vier neuen Folgen starten. Der halbe Freitagabend ist dafür drauf gegangen. Und gestern habe ich auch noch die letzte Folge gesehen.

 

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Und es war wie nach Hause kommen. Es war wie eine zarte und warme Erinnerung, die man liebevoll umhegt und die plötzlich wieder so lebendig und präsent wird. Es war so speziell. Es war schön. Und gleichzeitig war das Herz so schwer, weil es dieses Mal ein wirkliches „Lebe wohl“ werden sollte. Denn es ist als Serienfinale deklariert.

Ich mag bezweifeln, dass der ganze Cast sich jemals nochmal für so etwas zur Verfügung stellen wird. Die Schauspieler sind nicht nur älter geworden. Ihre Karrieren und auch familiären Hintergründe haben sich geändert. Bestes Beispiel ist die Schauspielerin Melissa McCarthy, welche die Rolle der Sookie in dem Revival so eben wahrnehmen konnte. Denn durch andere Serien wie „Mike & Molly“ oder ihr immer größer werdender Erfolg in Kinofilmen, hatte sie gerade eben so ein wenig Zeit, um beim Revival mitzumachen. Außerdem weiß ich nicht, ob sich manch anderer Schauspieler auf ewig an diese Serie und deren Rollen binden wollen würde. Seien wir ehrlich, die Serie lässt sich nicht ewig weiterführen. Und die Leute müssen auch von etwas leben. Und manche Rollen kleben an einem.

 

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Das Gilmore Girls Revival

Angeblich standen die letzten vier Worte der Serie, laut der Serienschöpferin Amy Sherman-Palladino, schon von Beginn des Gilmore-Wahns an fest.

Ich mag das Ende nicht spoilern. Ihr wisst, ich mag das nicht. Seit Freitag habe ich Twitter und Co. weitgehend gemieden, damit ich die Folgen des Gilmore Girls Revivals bis zum Ende schauen kann, ohne Gefahr zu laufen, durch eine unbedachte Bemerkung gespoilert zu werden.

Jetzt nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, weiß ich, dass ich die Folgen in den nächsten Tagen nochmal schauen muss. Einfach weil mein Herz dieses Universum um Stars Hollow, um Lorelais und Rorys Leben noch nicht ganz loslassen mag. Und weil ich manches einfach noch verstehen muss. Es sind so viele Fragen da. Ich bin mir nicht einmal sicher, wie ich zu dem Ende stehe. Zu diesen letzten vier Worten.

 

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Es ist irgendwie ein geschlossener Kreis. Das Leben wiederholt sich in gewissen Phasen. Das Rad wird nicht neu erfunden. Das haben die letzten vier Folgen immer wieder betont. Und vielleicht macht das das Ende stimmig. Aber mein Fangirl-Herz kann mit diesem Ende irgendwie nicht richtig leben. Es fühlt sich falsch an. Es ist gemein. Es lässt mich als Fangirl zurück, mit einem offenen Mund, einem leichten Schock und einer enormen Sehnsucht, noch Teil dieses Universums bleiben zu dürfen.

Versteht mich nicht falsch. Ich fand die Folgen toll, aber es gab auch einige kleine Schwächen. Keine Frage. Ich hatte, und das hat mich sehr überrascht, so einige Probleme mit Rory. Sie war immer noch sie. Trotzdem fehlte mir etwas bei ihr. Diesmal hatte ich das Gefühl, nachdem die eigentliche Serie oftmals einen starken Fokus auf Rorys Entwicklung hatte, dass Lorelai und auch Emily ihren großen Moment hatten. Sie haben mich mit ihren Konflikten in den letzten vier Folgen weit mehr abgeholt, als es Rory tat. Aber es war ebenso ungemein emotional. Bei jeder Folge, bei jeder Figur. Mit jedem alten Gesicht, welches auftauchte, war da so ein „Haaa, da ist er/sie!“-Moment, aber auch ein „Neeein, Bye-bye“-Gedanke.

Die letzte Folge aber fand ich herausragend unter diesen vier neuen. Sie war so bunt. So farbenfroh und spritzig und hat der gesamten Serie irgendwie Tribut gezollt. Ich könnte mir z. B. die letzten 10 Minuten immer und immer wieder ansehen. Es sind wunderbare Bilder.

Und deswegen fühlt sich das Leben nach dem Gilmore Girls Revival gerade so roh, so grau an.

Aus dem Grund kann ich diesen Beitrag nur mit Gilmore-Musik beenden.



Steckt ihr auch mitten im After-Gilmore-Girls-Blues?
Oder erlebt ihr gerade ein anderes Serien-Hangover?

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12 Gedanken zu “Where you lead, I will follow

  1. Liebe Rebecca,

    ich komme auch noch nicht drüber hinweg und weiß auch nicht, wie ich zu diesen vier Folgen stehe. Aber ich weiß, was du mit den letzten Minuten von „Fall“ meinst – die waren wirklich magisch. Zumindest bis zu den letzten vier Worten. Die haben mich sehr sprachlos hinterlassen und ich knabbere immer noch daran. Tatsächlich war ich gestern noch sehr froh darüber, dass ich mich mit Laura ausführlich über alles austauschen konnte, denn meine Gedanken mussten raus. Und Rory… nun, sagen wir mal, dass mir Lorelai und Emily sehr viel sympathischer waren.

    Liebe Grüße,
    Jess

    1. Huhu Jess,

      jetzt ist eine Woche vergangen und mich juckt es immer noch ein wenig.
      Vor allem stört mich ja, dass Logan in der 7. Staffel Fräulein Gilmore noch ehelichen wollte, ohne sich Gedanken drum zu machen, was Family & Co. denken könnten.
      Und jetzt Jahre später ist das plötzlich ein Hindernis? Ach.

      Liebe Grüße ♥
      Rebecca

  2. ich muss gestehen, dass ich Gilmore Girls noch nie geschaut habe. ? Da ich aber dank Twitter & Co nun andauernd über die Serie stolpere, werd ich ihr demnächst mal eine Chance geben. Ich hab nämlich jetzt die erste Outlander-Staffel beendet und da es die zweite ja noch nicht auf Netflix gibt, muss was anderes her.

    1. Hallo Verena,

      gib der Serie wirklich eine Chance. Sie ist echt super. 😀
      Und mir geht es ähnlich bei Outlander. Ich weiß, dass so viele diese Serie feiern. Aber ich hab da noch kein Feuer gefangen.
      Zugegeben, ich hab auch noch keine einzige Folge geguckt.^^°
      Aber ich wollte zumindest vorher den ersten Band der Bücher lesen, ehe ich mich an die Serie mache. 🙂

      Liebe Grüße
      Rebecca

  3. Hey Rebecca,
    Hach du hast es einfach so auf den Punkt gebracht: diese Folgen waren wie nach Hause kommen. Auch wenn sich in der Zwischenzeit einiges geändert hat und ich mit einigen Entwicklungen (vor allem von Rory) nicht zufrieden bin, ist das Gefühl an sich trotzdem sehr überwältigend. Ich war glaub ich durchgängig auf so einem hohen emotionalen Level, weil ich mich so gefreut habe, die Geschichten und Gesichter wieder zu sehen und zu erfahren, was aus den Personen geworden ist.
    Trotzdem bin ich mit vielen Fragezeichen zurück geblieben.
    Die letzte Folge war auch meine liebste Folge. Richtig toll war die „Entführung“ der Life and Death Brigade. Es war so schön, die Jungs nochmal zu sehen und zu merken, wie sehr ihnen Rory ans Herz gewachsen ist. Die Hochzeit hat allerdings alles übertroffen. Und irgendwie habe ich gedacht, dass die Folge damit endet. Das wäre das perfekte Ende für mich gewesen. Aber die letzten Worte haben einfach alles ins Wanken gebracht und jetzt weiß man wieder nicht, wie bzw. ob es weitergeht.
    Dein Beitrag ist auf jeden Fall richtig schön geschrieben 🙂
    Ganz liebe Grüße
    Sandra

    1. Von Rory brauchen wir gar nicht anfangen. Das war wohl für viele die größte Enttäuschung überhaupt. Das war einfach nicht die junge Frau, die damals in die weite Welt ausgezogen ist.

      Aber wie du schon sagst, dieses Gefühl nochmal nach Stars Hollow zu kommen (in HD!! – wat hübsch!), war einfach nur wunderbar. Kirk und seine schräge Art z. B. Einfach herrlich!
      Und ich hatte auch mit Jess schon geschrieben und war mit ihr auch vollkommen d’accord, dass die Hochzeit das perfekte Ende gewesen wäre. Damit hätte ich hervorragend leben können. Aber diese Worte. Nein. Einfach nein.

      Liebe Grüße
      Rebecca

  4. Liebe Rebecca,

    bisher sind die Gilmore Girls tatsächlich an mir vorübergegangen. Ich habe die Serie nie im Fernsehen gesehen, aber jetzt habe ich gerade das Gefühl, dass ich etwas Wichtiges in meinem Leben verpasst haben könnte. Und zugleich die Angst, angenommen ich würde alle Staffeln demnächst nachholen, würde es mich so glücklich machen wie dich oder würde mir etwas fehlen, weil der Zeitgeist sich inzwischen verändert hat.
    Was würdest du tun? 😉

    Viele Grüße,
    Janine

    1. Liebe Janine,

      aus dem Bauch heraus, würde ich sagen: Go for it!
      Selbst wenn die Umstände bei dir ganz andere sind und du kein pubertierendes Mädel mehr bist, kann diese Serie großartig für dich werden.
      Die Chance besteht bei jeder Serie, die wir mal ausprobieren. 😉

      Lass es mich wissen, wenn du denn dann mal ein paar Folgen geschaut hast.

      Allerliebste Grüße
      Rebecca

    2. Hey Janine,
      ich habe die Serie kürzlich erst für mich entdeckt und liebe sie. Ich kann mich super mit Lorelai identifizieren und ich würde, genau wie Rebecca sagen: go for it! 🙂 Es lohnt sich.

      Lieben Gruß, Nicci

  5. Hey!
    Die Gilmore Girls lagen mir noch nie, aber auch ich hänge gerade im Serien-Blues. Ich habe Good Witch (2 Staffeln) und The Big Bang Theory (8 Staffeln) beendet und muss nun warten, bis die nächsten Staffeln auf Netflix erscheinen. Das Problem ist eben genau das, das ich irgendwie keine neue Serie für mich finde, weil ich so mega begeistert von diesen beiden Serien war.
    LG
    Yvonne

  6. Liebe Rebecca,
    beim Lesen deines tollen Beitrags hatte ich Gänsehaut.
    Ich habe die Gilmore Girls ehrlich gesagt kürzlich erst entdeckt.
    Und was soll ich sagen, ich bin ganz verliebt! Mit Lorelai kann ich mich wahnsinnig gut identifizieren.
    Auch wünschte ich, ich hätte die Serie ebenfalls mit 15-16 gesehen, um mich in Rory wiederzuerkennen.
    Aaaaber so ist es auch ganz gut.. und hey, ich habe noch eine ganze Staffel UND die ganz neuen Folgen vor mir. 🙂

    Liebe Grüße und ein glückliches neues Jahr,
    Nicci

    1. Hallo Nicci,

      ich freu mich so für dich, dass du die Serie für dich entdeckt hast und sie nun auch so heiß und innig liebst. 😀
      Und das Beste ist, du kannst all das, das erste Mal auf dich wirken lassen. Eine Erfahrung um die ich dich ein wenig beneide. Beim ersten Mal ist es noch so spannend.

      Viel Spaß beim Weiterschauen und danke! Dir auch ein frohes neues Jahr! ♥

      Liebste Grüße
      Rebecca

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